Lipodystrophie
PharmakologiePathologische Veränderung des Fettgewebes, entweder Fettgewebsschwund (Lipoatrophie) oder krankhafte Fettverlagerung (Lipohypertrophie). Tritt unter anderem an wiederholt benutzten Injektionsstellen auf, was systematische Rotation der Injektionsstellen zwingend macht. Auch Folge HIV-bedingter Stoffwechselstörungen. Tesamorelin ist hier zugelassen.
Ausführlich erklärt
Lipodystrophie ist ein Oberbegriff für Störungen, bei denen Fettgewebe fehlt, schwindet oder an ungewöhnlichen Stellen vermehrt auftritt. Man unterscheidet angeborene Formen, die auf Mutationen in Genen des Fettstoffwechsels beruhen, von erworbenen Formen, etwa durch Autoimmunprozesse oder Medikamente. Da Fettgewebe als Speicher fehlt, lagern sich Fette oft in Leber und Muskel ab, was zu Insulinresistenz und erhöhten Blutfetten beitragen kann.
Eine lokale Variante ist die Lipohypertrophie an Einstichstellen. Sie wird vor allem bei Menschen beobachtet, die über lange Zeit Insulin spritzen. Insulin wirkt lokal wachstumsfördernd auf Fettzellen, es entstehen tastbare Verdickungen, aus denen der Wirkstoff unregelmäßiger aufgenommen wird.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung ist die HIV-assoziierte Lipodystrophie der bekannteste Zusammenhang. Unter älteren antiretroviralen Therapien kam es häufig zu einer Umverteilung mit Fettverlust an Armen und Gesicht und Zunahme des Bauchfetts. Das GHRH-Analogon Tesamorelin wurde für die Reduktion viszeralen Bauchfetts bei dieser Gruppe in den USA zugelassen. In der EU wurde es nicht zugelassen. Metreleptin ist für bestimmte Formen der Lipodystrophie zugelassen.
Einordnung
Lokale Lipodystrophien an Einstichstellen sind nicht mit systemischen Formen gleichzusetzen. Der Zulassungsstatus von Wirkstoffen unterscheidet sich zwischen Ländern. PeptidWiki gibt keine Anwendungsempfehlungen, individuelle Fragen gehören zu Ärztin oder Arzt.