ZNS
NeurologieZentralnervensystem, umfasst Gehirn und Rückenmark. Viele Peptide wirken direkt oder indirekt auf das ZNS (Semax, Selank, Epithalon).
Ausführlich erklärt
Das ZNS verarbeitet Sinneseindrücke, steuert Bewegungen und koordiniert über den Hypothalamus auch hormonelle Regelkreise. Abgegrenzt wird es vom peripheren Nervensystem, zu dem alle Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark gehören. Neben Nervenzellen bestehen Gehirn und Rückenmark zu einem großen Teil aus Gliazellen, die Nervenzellen versorgen, isolieren und an Immunreaktionen beteiligt sind.
Geschützt wird das ZNS durch die Blut-Hirn-Schranke. Eng verbundene Endothelzellen der Hirnkapillaren lassen nur bestimmte Moleküle passieren. Für die meisten Peptide ist diese Barriere schwer überwindbar, da sie relativ groß und polar sind und im Blut rasch abgebaut werden. Einige Peptide erreichen das Gehirn dennoch über spezifische Transporter oder wirken indirekt über periphere Signale.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung ist das ZNS Ziel zahlreicher Untersuchungen, etwa zu körpereigenen Neuropeptiden wie Oxytocin oder Orexin. Experimentelle Peptide wie Semax und Selank wurden vor allem in Russland entwickelt und dort überwiegend in intranasaler Form untersucht, da über die Nasenschleimhaut möglicherweise ein Teil der Blut-Hirn-Schranke umgangen wird. Die unabhängige internationale Datenlage zu diesen Substanzen ist begrenzt.
Einordnung
Ein messbarer Effekt im Tiermodell bedeutet nicht, dass eine Substanz im menschlichen ZNS gleich wirkt. Auch der Nachweis eines Peptids im Blut sagt wenig darüber aus, ob es das Gehirn tatsächlich erreicht. Semax, Selank und Epithalon sind im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen.