Zytokin
BiologieSammelbegriff für kleine Signalproteine, die Zellen zur Kommunikation untereinander verwenden, vor allem im Immunsystem und bei Entzündungsreaktionen. Pro-inflammatorische Zytokine (TNF-α, IL-6) treiben Entzündungen, anti-inflammatorische (IL-10) bremsen sie. Viele Peptide modulieren das Zytokinprofil.
Ausführlich erklärt
Zytokine sind meist kleine Proteine oder Glykoproteine, die bereits in sehr niedrigen Konzentrationen wirken. Sie werden nicht in spezialisierten Drüsen gespeichert, sondern bei Bedarf gebildet und freigesetzt. Die Wirkung erfolgt über spezifische Rezeptoren auf Zielzellen, häufig über den JAK-STAT-Signalweg oder über NF-κB. Zu den Zytokinen zählen Interleukine, Interferone, Tumornekrosefaktoren, Chemokine, die Immunzellen anlocken, und koloniestimulierende Faktoren.
Typisch für das System ist die Vernetzung: Ein Zytokin kann auf viele Zelltypen wirken, mehrere Zytokine können denselben Effekt auslösen, und sie beeinflussen sich gegenseitig in Kaskaden. Ein bekanntes Beispiel für eine entgleiste Reaktion ist der Zytokinsturm, eine überschießende Freisetzung, die bei schweren Infektionen oder bestimmten Immuntherapien auftreten kann. In der Medizin werden zugelassene Antikörper eingesetzt, die einzelne Zytokine wie TNF-α oder IL-6 blockieren.
Bedeutung in der Peptidforschung
Viele Peptide werden in der Forschung daraufhin untersucht, wie sie das Zytokinprofil verändern. In Zellkultur- und Tierversuchen messen Forschende dazu Spiegel von TNF-α, IL-1β, IL-6 oder IL-10, etwa bei KPV, Thymosin Alpha-1 oder BPC-157. Solche Messungen sind vergleichsweise einfach durchführbar und daher in präklinischen Arbeiten sehr verbreitet, sagen allein aber wenig über klinische Relevanz aus.
Einordnung
Zytokine sind von Hormonen abzugrenzen, die meist in Drüsen gebildet werden und über den Blutkreislauf fern wirken, auch wenn die Grenzen fließend sind. Die Einteilung in pro- und antiinflammatorisch ist vereinfacht, denn IL-6 etwa kann je nach Kontext beide Rollen übernehmen.