Antioxidans
BiologieSubstanz, die reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und freie Radikale neutralisiert und so Zellen vor oxidativem Stress schützt. Körpereigene Antioxidantien sind etwa Glutathion oder die Superoxid-Dismutase, viele Peptide (GHK-Cu, Carnosin) wirken zusätzlich antioxidativ.
Ausführlich erklärt
Reaktive Sauerstoffspezies entstehen ständig als Nebenprodukt des Stoffwechsels, vor allem in der Atmungskette der Mitochondrien. Dazu gehören das Superoxid-Anion, Wasserstoffperoxid und das besonders reaktionsfreudige Hydroxylradikal. In geringen Mengen dienen sie als Signalmoleküle, im Übermaß schädigen sie Lipide, Proteine und DNA. Dieser Zustand wird als oxidativer Stress bezeichnet.
Antioxidantien wirken auf unterschiedliche Weise: Enzyme wie Superoxid-Dismutase, Katalase und Glutathion-Peroxidase bauen reaktive Moleküle gezielt ab. Niedermolekulare Stoffe wie Vitamin C, Vitamin E oder Glutathion geben Elektronen ab und fangen Radikale direkt ab. Andere binden Metallionen wie Eisen oder Kupfer, die Radikalreaktionen katalysieren können. Ein Beispiel aus der Peptidwelt ist Carnosin, ein Dipeptid aus Beta-Alanin und Histidin, das in hoher Konzentration im Skelettmuskel vorkommt und im Labor Radikale abfangen sowie Metallionen binden kann.
Bedeutung in der Peptidforschung
Auf PeptidWiki erscheint der Begriff bei Peptiden, für die antioxidative Eigenschaften beschrieben werden, etwa Carnosin, das Tripeptid Glutathion oder GHK-Cu, für das Einflüsse auf antioxidative Enzyme untersucht wurden. Auch auf Mitochondrien ausgerichtete Peptide wie SS-31, auch Elamipretid genannt, werden im Zusammenhang mit oxidativem Stress erforscht. Viele Befunde stammen aus Zellkultur- und Tierstudien.
Einordnung
Antioxidative Wirkung im Reagenzglas bedeutet nicht, dass eine Substanz im Körper vor Krankheiten schützt. Große Studien mit hochdosierten Antioxidantien wie Vitamin E oder Beta-Carotin zeigten keinen klaren Nutzen, teils sogar Nachteile. Oxidativer Stress ist zudem Teil normaler Signalprozesse.