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Klinik
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Peptid-Glossar — A

25 Fachbegriffe mit Anfangsbuchstabe A.

ACTH

Endokrinologie

Adrenocorticotropes Hormon — Hypophysenhormon, das die Nebennierenrinde zur Cortisol-Ausschüttung stimuliert. Selektive GH-Sekretagoga wie Ipamorelin erhöhen ACTH — im Gegensatz zu älteren GHRPs — nicht messbar.

ADC

Pharmakologie

Antibody-Drug Conjugate — Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Antikörper, der einen zytotoxischen Wirkstoff über einen chemischen Linker direkt zu einer Zielzelle (meist Tumor) transportiert. Etablierte Klasse in der Onkologie; PDCs sind die Peptid-Variante.

Adipokin

Endokrinologie

Botenstoff aus dem Fettgewebe — Sammelbegriff für Hormone und Zytokine, die Adipozyten ausschütten. Steuern Appetit, Insulinempfindlichkeit und Entzündung. Wichtigste Vertreter: Leptin, Adiponektin, Resistin. Bei Adipositas verschiebt sich das Profil pro-inflammatorisch.

Adiponektin

Endokrinologie

Entzündungshemmendes Adipokin, das Insulinempfindlichkeit erhöht und Atherosklerose entgegenwirkt. Paradoxerweise sinkt der Adiponektin-Spiegel mit zunehmender Adipositas und korreliert invers mit kardiovaskulärem Risiko.

Adipositas

Pharmakologie

Medizinischer Fachbegriff für Fettleibigkeit (BMI ≥ 30 kg/m²). Anerkannte chronische Erkrankung mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkverschleiß. Hauptindikation für GLP-1-Agonisten wie Semaglutid (Wegovy®).

Adipozyten

Biologie

Fettzellen — speichern Energie in Form von Triglyzeriden und sezernieren Hormone wie Leptin, Adiponektin und Resistin. Bei Adipositas vergrößern sich Adipozyten (Hypertrophie) und vermehren sich (Hyperplasie); chronisch entzündete Fettzellen treiben Insulinresistenz und kardiovaskuläre Risiken.

Agonist

Pharmakologie

Wirkstoff, der an einen Rezeptor bindet und ihn aktiviert — also die gleiche Reaktion auslöst wie der körpereigene Botenstoff. GLP-1-Agonisten wie Semaglutid binden und aktivieren den GLP-1-Rezeptor mit höherer Intensität als natives GLP-1.

Aktinpolymerisation

Biologie

Aufbau von Aktinfilamenten aus Aktin-Monomeren im Zytoskelett. Grundlage für Zellbewegung, Teilung und Formveränderung. TB-500 (Thymosin Beta-4) bindet G-Aktin-Monomere und moduliert so Zellmigration und Wundheilung.

Albumin

Pharmakologie

Häufigstes Plasmaprotein, gebildet in der Leber. Hält den onkotischen Druck im Blut aufrecht und transportiert hydrophobe Substanzen, Hormone und Wirkstoffe. Wirkstoffe mit hoher Albuminbindung haben deutlich verlängerte Halbwertszeiten — diesen Effekt nutzen Semaglutid, Tirzepatid und CJC-1295 DAC gezielt.

Amid

Grundlagen

Funktionelle Gruppe der Form R-CO-NR'R'' — Verknüpfung zwischen Carbonyl-Kohlenstoff und Stickstoff. Die Peptidbindung ist chemisch eine Amidbindung zwischen Aminogruppe und Carboxylgruppe zweier Aminosäuren. Die C-N-Bindung ist durch Mesomerie planar fixiert.

Aminosäure

Grundlagen

Organische Verbindungen, die als Bausteine von Proteinen und Peptiden dienen. 20 Standard-Aminosäuren sind im menschlichen Körper proteinogen.

AMP

Pharmakologie

Antimikrobielles Peptid — kurze körpereigene oder synthetische Peptide (10–50 Aminosäuren), die direkt die Zellmembran von Bakterien zerstören. Schwer durch Mutation zu umgehen, daher interessante Reserveklasse gegen multiresistente Erreger.

AMPK

Endokrinologie

AMP-aktivierte Proteinkinase — zentraler Energiesensor der Zelle. Wird bei niedrigem Energieniveau (Sport, Kaloriendefizit) aktiviert und steigert Fettverbrennung, Glukoseaufnahme und Mitochondrien-Biogenese. MOTS-c aktiviert AMPK und imitiert so metabolische Effekte von Ausdauersport.

Amylin

Endokrinologie

Peptidhormon, das gemeinsam mit Insulin von den pankreatischen β-Zellen ausgeschüttet wird. Verlangsamt die Magenentleerung, hemmt Glukagon und wirkt sättigend im Hirnstamm/Hypothalamus. Pramlintide und Eloralintide sind synthetische Amylin-Agonisten.

Anabolismus

Biologie

Aufbau-Stoffwechsel — Prozesse, bei denen komplexe Moleküle aus einfacheren aufgebaut werden (z. B. Muskelprotein aus Aminosäuren). GH, IGF-1 und anabole Peptide fördern den Anabolismus. Gegenteil: Katabolismus.

Angiogenese

Biologie

Neubildung von Blutgefäßen aus bereits bestehenden. Wichtig für Wundheilung und Geweberegeneration, kann aber auch Tumorwachstum fördern.

Antagonist

Pharmakologie

Wirkstoff, der an einen Rezeptor bindet, ihn aber nicht aktiviert — blockiert stattdessen den endogenen Botenstoff. Follistatin wirkt als Antagonist für Myostatin und Activin und hebt deren muskelwachstumshemmende Wirkung auf.

Antibiotikaresistenz

Pharmakologie

Fähigkeit von Bakterien, einem Antibiotikum trotz adäquater Dosis zu widerstehen — meist durch Mutation oder Resistenzgen-Erwerb. WHO stuft die Ausbreitung resistenter Keime (z. B. MRSA) als globale Gesundheitsbedrohung ein.

Antioxidans

Biologie

Substanz, die reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und freie Radikale neutralisiert und so Zellen vor oxidativem Stress schützt. Körpereigene Antioxidantien sind etwa Glutathion oder die Superoxid-Dismutase; viele Peptide (GHK-Cu, Carnosin) wirken zusätzlich antioxidativ.

Anxiolytikum

Pharmakologie

Angstlösendes Medikament oder Wirkstoff. Anxiolytische Peptide wie Selank wirken angstreduzierend ohne starke Sedation.

Apoptose

Biologie

Programmierter Zelltod — kontrollierter Selbstabbau einer Zelle ohne Entzündungsreaktion. Reguliert die Zellanzahl in Geweben und eliminiert geschädigte Zellen. FOXO4-DRI unterbricht die FOXO4-p53-Interaktion in seneszenten Zellen und löst so selektiv deren Apoptose aus.

Aromatase

Endokrinologie

Enzym (CYP19A1), das Androgene (Testosteron) in Östrogene (Östradiol) umwandelt — als "Aromatasierung" bezeichnet. Bedeutsam bei TRT: erhöhtes Testosteron → erhöhtes Östradiol. Aromatase-Hemmer (z. B. Anastrozol) werden ggf. begleitend eingesetzt.

ATP

Biologie

Adenosintriphosphat — universelle Energiewährung der Zelle. Mitochondrien produzieren ATP durch oxidative Phosphorylierung. SS-31, MOTS-c und Humanin verbessern die mitochondriale ATP-Produktion und sind damit zentrale Ansatzpunkte mitochondrialer Peptidtherapie.

Atrophie

Biologie

Rückgang von Gewebe oder Organen durch Schrumpfung der Zellen oder Abnahme der Zellzahl. Bei Muskelatrophie verlieren Muskelfasern an Größe — Folge von Inaktivität, Mangelernährung, Krankheit oder Alterung. Gegenteil ist die Hypertrophie.

AUC

Pharmakologie

Area Under the Curve — Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve. Quantifiziert die Gesamtexposition gegenüber einem Wirkstoff über die Zeit. Wichtig für Bioäquivalenzstudien und um Dosen verschiedener Verabreichungsformen vergleichbar zu machen.

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