Halbwertszeit
PharmakologieZeit, nach der die Konzentration eines Wirkstoffs im Blut auf die Hälfte des Ausgangswertes gesunken ist. Entscheidend für die Dosierungsfrequenz.
HbA1c
EndokrinologieGlykiertes Hämoglobin — zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 2–3 Monate an. Normalwert: < 5,7 % (< 39 mmol/mol). Monitoring-Pflicht bei GLP-1-Agonisten (Semaglutid, Liraglutid) zur Beurteilung der langfristigen Blutzuckerkontrolle.
HCG
EndokrinologieHumanes Choriongonadotropin — Hormon, das strukturell dem LH ähnelt und die Hoden direkt zur Testosteronproduktion stimuliert. Wird bei TRT eingesetzt, um Hodengröße und Fruchtbarkeit zu erhalten.
HDL
EndokrinologieHigh-Density-Lipoprotein — "gutes Cholesterin". Transportiert Cholesterin zur Leber zurück und hat kardioprotektive Funktion. Metabolische Optimierung durch GLP-1-Agonisten und FGF-21 geht oft mit HDL-Anstieg einher.
HED
WissenschaftHuman Equivalent Dose — auf den Menschen umgerechnete Dosis aus Tierversuchen. Berücksichtigt das Körperoberflächen-Verhältnis zwischen Tier und Mensch. Für die Ratte gilt ein Faktor von ~6,2; eine Rattendosis von 10 mg/kg entspricht beim Menschen grob 1,6 mg/kg. Direkte 1:1-Übertragungen überschätzen die humane Dosis massiv.
Heptapeptid
GrundlagenPeptid aus genau sieben Aminosäuren. Beispiele: Selank, Semax. Häufige Sequenzlänge für neuroaktive Forschungspeptide.
Hexapeptid
GrundlagenPeptid aus genau sechs Aminosäuren mit fünf Peptidbindungen (griech. Hexa = 6). Beispiele: GHRP-6 (Wachstumshormon-Releasing-Hexapeptid), Argireline (Acetyl-Hexapeptid-3) — kosmetisches Anti-Falten-Peptid.
Hippocampus
NeurologieHirnregion im Schläfenlappen, zentral für Lernen, Gedächtnisbildung und räumliche Orientierung. Besonders empfindlich gegenüber chronischer Entzündung und Stress. BDNF, das u. a. durch Semax beeinflusst wird, ist im Hippocampus stark exprimiert.
Hirnanhangsdrüse
BiologieUmgangssprachliche Bezeichnung für die Hypophyse — kleine endokrine Drüse an der Unterseite des Gehirns. Sie steuert über die Ausschüttung von Hormonen (GH, LH, FSH, TSH, ACTH, Prolaktin) zentrale Körperfunktionen wie Wachstum, Reproduktion und Stoffwechsel.
HOMA-IR
MonitoringHomeostatic Model Assessment for Insulin Resistance — Marker zur Abschätzung der Insulinresistenz aus Nüchtern-Glukose und Nüchtern-Insulin (Formel: Insulin × Glukose / 22,5). Werte ≤ 1,5 normal; > 2,5 Hinweis auf relevante Insulinresistenz.
HPA-Achse
NeurologieHypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse — neuroendokrine Stressachse, die Cortisolausschüttung steuert. Bei chronischem Stress führt eine fehlregulierte HPA-Achse zu erhöhtem Cortisol mit Folgen für Schlaf, Stoffwechsel und Immunsystem. Selank und DSIP wirken modulierend auf die HPA-Achse.
HPG-Achse
EndokrinologieHypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse — dreistufiges Regelkreissystem: Hypothalamus (GnRH) → Hypophyse (LH/FSH) → Gonaden (Testosteron/Östrogen). Basis der Reproduktionshormonfunktion und TRT-Begleittherapie.
HPLC
QualitätHigh Performance Liquid Chromatography — Analysemethode zur Bestimmung der Reinheit und Zusammensetzung von Peptiden. Goldstandard für COA-Zertifikate.
hsCRP
WissenschaftHochsensitives CRP — besonders empfindliche Messung des C-reaktiven Proteins, die auch niedriggradige Entzündung erfasst (Nachweisgrenze: 0,1 mg/L). Werte > 3 mg/L gelten als kardiovaskulärer Risikofaktor. Genauerer Parameter als Standard-CRP für Monitoring antiinflammatorischer Peptid-Protokolle.
hTERT
BiologieHuman Telomerase Reverse Transcriptase — katalytische Untereinheit der menschlichen Telomerase. Reguliert die Telomerverlängerung; in den meisten somatischen Zellen abgeschaltet, in Stammzellen und Krebszellen aktiv. Epithalon soll hTERT-Expression hochregulieren.
HWG
RechtHeilmittelwerbegesetz — deutsches Gesetz, das Werbung für Heilmittel regelt. Verbietet irreführende Gesundheitsversprechen. Ähnliche strenge Werberichtlinien für Arzneimittel existieren auch in Österreich und der Schweiz.
Hydrolysat
GrundlagenDurch enzymatische oder chemische Hydrolyse aufgespaltenes Protein. Hydrolysierte Kollagenpeptide (Kollagenhydrolysat) werden im Darm effizienter resorbiert und weisen eine höhere Bioverfügbarkeit auf als intaktes Kollagen.
Hydroxyprolin
GrundlagenModifizierte Aminosäure, die für die typische Tripelhelix-Stabilität von Kollagen verantwortlich ist. Pro-Hyp-Dipeptide aus oral aufgenommenen Kollagenpeptiden zirkulieren im Blut und stimulieren Fibroblasten.
Hyperglykämie
EndokrinologieErhöhter Blutzucker (> 7,0 mmol/L nüchtern). Kann durch GH-Stimulation verursacht werden (GH hemmt Insulinwirkung). Langfristig erhöhtes GH und IGF-1 erhöhen das Risiko für Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes.
Hyperplasie
BiologieZunahme der Zellanzahl in einem Gewebe (Zellteilung). Im Gegensatz zur Hypertrophie (Zellvergrößerung). Unerwünschte Hyperplasie ist ein Sicherheitsrisiko bei IGF-1 und Follistatin: Wachstumsfaktor-Überstimulation kann sowohl erwünschtes (Muskel) als auch unerwünschtes (Tumor) Zellwachstum fördern.
Hypertrophie
BiologieVergrößerung von Zellen oder Gewebe durch Volumenzunahme (nicht durch Zellteilung). Muskelhypertrophie = Zunahme des Muskelquerschnitts durch Proteinsynthese. Gelenk- oder Organvergrößerung (z. B. Herzhypertrophie) kann pathologisch sein.
Hypoglykämie
EndokrinologieUnterzuckerung — zu niedriger Blutzucker (< 3,9 mmol/L / < 70 mg/dL). Häufigstes und ernsthaftestes akutes Risiko bei IGF-1-Analoga, da diese insulinähnlich wirken. Symptome: Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Verwirrtheit. Behandlung: sofort 20–30 g schnell verfügbare Kohlenhydrate (Traubenzucker).
Hypogonadismus
EndokrinologieUnterfunktion der Keimdrüsen (Hoden oder Eierstöcke) mit unzureichender Hormonproduktion. Symptome beim Mann: Testosteronmangel, Libidoverlust, Fatigue, Muskelschwund. Behandlung: TRT oder GnRH-Analoga wie Gonadorelin.
Hyponatriämie
PharmakologieNatriumspiegel im Blut unter 135 mmol/L — verursacht Kopfschmerzen, Verwirrtheit, in schweren Fällen Krampfanfälle und Koma. Oxytocin kann die Wasserretention fördern und bei hohen Dosen zur Hyponatriämie führen. Kontraindikation für Oxytocin-Protokolle.
Hypophyse
EndokrinologieHirnanhangsdrüse (Hirnanhang) am Boden des Hypothalamus. Steuert die Ausschüttung von GH, LH, FSH, ACTH, TSH und weiteren Hormonen — zentrale Schaltstelle des endokrinen Systems.
Hypothalamus
NeurologieHirnregion, die lebenswichtige Körperfunktionen wie Hunger, Schlaf, Körpertemperatur und das Hormonsystem reguliert. Produziert GHRH, GnRH und andere Releasing-Hormone, die die Hypophyse steuern.
Hypothesengenerierend
WissenschaftStudientyp, der nicht beweist, sondern Hypothesen erzeugt — typischerweise klein, nicht randomisiert oder ohne Kontrollgruppe. Liefert Anhaltspunkte für nachfolgende konfirmatorische Studien, erlaubt aber keine Kausalaussagen.