Cortisol
EndokrinologieStresshormon der Nebennierenrinde, das Entzündungsreaktionen, Immunfunktion und Stoffwechsel reguliert. Chronisch erhöhte Cortisol-Spiegel haben katabole Effekte auf Muskelmasse und Knochenstruktur.
Ausführlich erklärt
Cortisol ist ein Glucocorticoid, also ein Steroidhormon, das aus Cholesterin gebildet wird. Anders als Peptidhormone ist es fettlöslich, durchdringt Zellmembranen und bindet an den Glucocorticoid-Rezeptor im Zellinneren. Dieser wirkt als Transkriptionsfaktor und verändert direkt die Aktivität zahlreicher Gene. Im Blut ist Cortisol größtenteils an das Transportprotein CBG gebunden, nur der freie Anteil ist biologisch aktiv.
Zu den Wirkungen gehören die Bereitstellung von Glukose aus Aminosäuren in der Leber, eine Dämpfung von Entzündungs- und Immunreaktionen sowie Einflüsse auf Blutdruck und Schlaf-Wach-Rhythmus. Der Spiegel ist morgens nach dem Aufwachen am höchsten und sinkt bis zum Abend deutlich ab. Diese Tagesrhythmik ist für Messungen entscheidend.
Bedeutung in der Peptidforschung
Cortisol dient in Peptidstudien häufig als Sicherheitsparameter. Bei GH-Sekretagoga wird geprüft, ob neben Wachstumshormon auch die Stressachse aktiviert wird. In der Forschung zu Neuropeptiden wie Selank oder Oxytocin wird Cortisol teils als Marker für Stressreaktionen in Tiermodellen oder kleinen Humanstudien erhoben. Die Aussagekraft einzelner Messungen ist wegen der starken Schwankungen begrenzt.
Einordnung
Cortisol ist kein „schlechtes“ Hormon. Es ist lebensnotwendig, ein Mangel wie bei der Nebenniereninsuffizienz kann bedrohlich sein. Problematisch sind dauerhaft erhöhte Spiegel, etwa beim Cushing-Syndrom. Synthetische Verwandte wie Prednisolon sind zugelassene Arzneimittel mit eigenen Nutzen-Risiko-Profilen.