ACTH
EndokrinologieAdrenocorticotropes Hormon. Hypophysenhormon, das die Nebennierenrinde zur Cortisol-Ausschüttung stimuliert. Selektive GH-Sekretagoga wie Ipamorelin erhöhen ACTH, im Gegensatz zu älteren GHRPs, nicht messbar.
Ausführlich erklärt
ACTH, auch Corticotropin genannt, besteht aus 39 Aminosäuren. Es wird nicht direkt gebildet, sondern aus einem größeren Vorläuferprotein, dem Proopiomelanocortin (POMC), herausgeschnitten. Aus demselben Vorläufer gehen auch α-MSH und β-Endorphin hervor, weshalb ACTH zur Familie der Melanocortine zählt. Seine Wirkung vermittelt es über den Melanocortin-2-Rezeptor in der Nebennierenrinde.
Die ACTH-Ausschüttung wird vom Hypothalamus über CRH angeregt und folgt einem ausgeprägten Tagesrhythmus mit Spitzenwerten am frühen Morgen. Stress, etwa eine Operation oder starke körperliche Belastung, steigert die Freisetzung. Das daraufhin gebildete Cortisol hemmt wiederum Hypothalamus und Hypophyse und schließt so einen negativen Rückkopplungskreis.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur ist ACTH vor allem als Messgröße für Begleiteffekte relevant. Ältere GH-Sekretagoga wie GHRP-6 oder Hexarelin erhöhten in Studien neben Wachstumshormon auch ACTH, Cortisol und Prolaktin. Ipamorelin wurde als selektiver beschrieben, da in präklinischen Untersuchungen kaum ACTH-Anstiege auftraten. Belastbare Humandaten dazu sind begrenzt. Das synthetische ACTH-Fragment Tetracosactid ist als Diagnostikum zugelassen.
Einordnung
ACTH ist von Cortisol zu unterscheiden: ACTH ist das steuernde Hypophysenhormon, Cortisol das Endprodukt der Nebenniere. Ein normaler Cortisolwert schließt Veränderungen der ACTH-Regulation nicht aus, weshalb in Studien oft beide Parameter gemeinsam erhoben werden.