GH
EndokrinologieGrowth Hormone (Wachstumshormon). Peptidhormon der Hypophyse, das Wachstum, Zellregeneration und Stoffwechsel reguliert.
Ausführlich erklärt
Wachstumshormon, auch Somatotropin genannt, ist ein Protein aus 191 Aminosäuren, das in spezialisierten Zellen des Hypophysenvorderlappens gebildet wird. Die Freisetzung erfolgt pulsatil, also in Schüben, die im Tiefschlaf besonders ausgeprägt sind. Gesteuert wird sie vom Hypothalamus: GHRH regt die Ausschüttung an, Somatostatin bremst sie, und Ghrelin aus dem Magen verstärkt sie zusätzlich.
GH wirkt teils direkt, etwa indem es in Fettgewebe den Abbau von Fetten anregt und die Insulinwirkung abschwächt, teils indirekt über IGF-1, das vor allem die Leber auf das GH-Signal hin bildet. Ein klinisches Beispiel für die Bedeutung dieser Achse ist die Akromegalie: Ein gutartiger Hypophysentumor produziert dauerhaft zu viel GH, was bei Erwachsenen zu vergrößerten Händen, Füßen und Gesichtszügen führt.
Bedeutung in der Peptidforschung
GH steht im Zentrum einer ganzen Gruppe von Peptiden auf PeptidWiki. GHRH-Analoga wie CJC-1295 und Tesamorelin sowie Ghrelin-Mimetika wie Ipamorelin oder GHRP-6 wurden daraufhin untersucht, ob sie die körpereigene GH-Ausschüttung anregen. Rekombinantes GH selbst ist für bestimmte ärztlich diagnostizierte Indikationen zugelassen, die meisten Sekretagoga dagegen nicht.
Einordnung
Mit dem Alter sinkt die GH-Ausschüttung natürlicherweise, dieser Rückgang wird als Somatopause bezeichnet. Ob eine künstliche Anhebung bei Gesunden sinnvoll oder sicher ist, gilt als ungeklärt. Im Sport sind GH und Substanzen, die seine Freisetzung anregen, verboten.