IGF-1
EndokrinologieInsulin-like Growth Factor 1. Hormon, das hauptsächlich in der Leber als Antwort auf GH-Stimulation produziert wird. Vermittelt viele anabole Effekte des Wachstumshormons.
Ausführlich erklärt
IGF-1 ist ein Peptid aus 70 Aminosäuren, das in seiner Struktur dem Insulin ähnelt, daher der Name. Rund drei Viertel des zirkulierenden IGF-1 stammen aus der Leber, gebildet als Antwort auf das Wachstumshormon. Im Blut ist es überwiegend an Bindungsproteine gekoppelt, vor allem an IGFBP-3, was seine Verfügbarkeit steuert und seine Halbwertszeit verlängert. Zusätzlich entsteht IGF-1 lokal in vielen Geweben, etwa im Muskel und im Knochen.
Seine Wirkung vermittelt IGF-1 über den IGF-1-Rezeptor, eine Tyrosinkinase, die Zellwachstum und Zellteilung fördert. Gleichzeitig wirkt es als negative Rückkopplung: Hohe IGF-1-Spiegel bremsen die GH-Ausschüttung der Hypophyse. Ein klinisches Beispiel ist die Diagnostik der Akromegalie, bei der ein erhöhter IGF-1-Wert ein zentraler Laborbefund ist.
Bedeutung in der Peptidforschung
In Studien zu GH-Sekretagoga wie Ipamorelin, CJC-1295 oder Tesamorelin dient IGF-1 als wichtigster Biomarker, weil es im Blut stabiler ist als das pulsatil freigesetzte GH. Ein Anstieg zeigt an, dass die Wachstumshormonachse aktiviert wurde. Mecasermin, ein rekombinantes IGF-1, ist für eine seltene Wachstumsstörung bei Kindern zugelassen.
Einordnung
Ein höherer IGF-1-Spiegel ist nicht per se günstig. Epidemiologische Studien haben Zusammenhänge zwischen dauerhaft hohen Werten und bestimmten Krebsarten untersucht, die Ergebnisse sind uneinheitlich. Varianten wie IGF-1 LR3 sind experimentelle Analoga ohne Zulassung.