GHS
EndokrinologieGrowth Hormone Secretagogue. Substanz, die Wachstumshormon-Ausschüttung stimuliert (z. B. Ipamorelin, GHRP-6).
Ausführlich erklärt
Der Oberbegriff Growth Hormone Secretagogue umfasst alle Substanzen, die die Ausschüttung von Wachstumshormon anregen. Im engeren Sprachgebrauch meint man damit meist Agonisten des GHS-Rezeptors vom Typ 1a, der auch als Ghrelin-Rezeptor bekannt ist. Das körpereigene Hormon Ghrelin, das überwiegend im Magen gebildet wird, ist sein natürlicher Ligand. Die Rezeptoraktivierung in der Hypophyse und im Hypothalamus verstärkt die GH-Freisetzung und hemmt zugleich die bremsende Wirkung von Somatostatin.
Historisch wurde der Rezeptor über synthetische Stoffe entdeckt, lange bevor man Ghrelin kannte. Zur Gruppe gehören Peptide wie GHRP-6, GHRP-2, Hexarelin und Ipamorelin sowie nicht-peptidische, oral verfügbare Moleküle wie Ibutamoren. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, wie stark sie zusätzlich Hunger, Cortisol oder Prolaktin beeinflussen.
Bedeutung in der Peptidforschung
Auf PeptidWiki bildet die Gruppe der GHS einen wichtigen Themenkomplex. Ipamorelin wurde in der Literatur als vergleichsweise selektiv beschrieben, weil in frühen Untersuchungen kaum Effekte auf Cortisol auftraten. Die meisten Vertreter wurden in Tiermodellen und kleineren klinischen Studien geprüft, besitzen im DACH-Raum aber keine Zulassung als Arzneimittel.
Einordnung
Nicht jeder Sekretagog ist ein Ghrelin-Mimetikum: Auch GHRH-Analoga regen die GH-Ausschüttung an, allerdings über einen anderen Rezeptor. GHS stehen auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur. Die Datenlage zu Langzeiteffekten beim Menschen ist für die meisten Vertreter sehr begrenzt.