G-Aktin
BiologieGlobuläre, monomere Form des Strukturproteins Aktin, der Baustein, aus dem Aktin-Filamente entstehen. Wird durch Sequestrierung (Bindung) aus dem freien Pool entfernt und beeinflusst damit Zellform und Zellbewegung. TB-500 wirkt als G-Aktin-Sequestriermittel.
Ausführlich erklärt
Aktin kommt in Zellen in zwei Formen vor: als einzelnes, kugelförmiges Molekül, das G-Aktin, und als fadenförmiges Polymer, das F-Aktin. G-Aktin bindet ATP und lagert sich bevorzugt an das sogenannte Plus-Ende eines Filaments an. Nach dem Einbau wird ATP zu ADP gespalten, am anderen Ende lösen sich Untereinheiten wieder. Dieser ständige Auf- und Abbau, auch Tretmühleneffekt genannt, treibt Zellbewegungen und Formveränderungen an.
Zellen halten einen großen Vorrat an G-Aktin bereit, der nicht sofort polymerisiert. Dafür sorgen bindende Proteine: Thymosin β4 lagert G-Aktin in einem Komplex, Profilin gibt es gezielt an wachsende Filamente ab. So kann eine Zelle bei Bedarf schnell Ausläufer bilden.
Bedeutung in der Peptidforschung
G-Aktin ist in der Peptidforschung vor allem durch Thymosin β4 bekannt, ein körpereigenes Peptid aus 43 Aminosäuren und einer der wichtigsten G-Aktin-bindenden Faktoren in vielen Zellen. Das synthetische TB-500 leitet sich von einem kurzen Abschnitt dieses Peptids ab, der das Aktin-Bindemotiv enthält. In Zell- und Tiermodellen wurde untersucht, wie sich dies auf Zellwanderung und Gewebereparatur auswirkt.
Einordnung
TB-500 ist nicht identisch mit dem vollständigen Thymosin β4, und Befunde zu diesem lassen sich nicht direkt übertragen. TB-500 ist experimentell und im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen, belastbare Humandaten fehlen.