Intramuskulär
Anwendung(i.m.) Injektionsweg direkt in den Muskel. Geeignet für höhere Volumina (bis 5 mL). Erfordert längere Nadeln (25–40 mm) und sorgfältige Auswahl der Injektionsstelle (Deltamuskel, Oberschenkel). Schnellere Resorption als subkutan.
Ausführlich erklärt
Skelettmuskulatur ist stark durchblutet. Eine in den Muskel eingebrachte Lösung verteilt sich im Gewebe zwischen den Muskelfasern und gelangt über die Kapillaren in den Blutkreislauf. Die Aufnahme ist deshalb häufig schneller als aus dem Unterhautfettgewebe, hängt aber von Durchblutung, Muskelaktivität und Formulierung ab. Ölige Depotformulierungen, wie sie bei manchen Hormonpräparaten verwendet werden, geben den Wirkstoff dagegen über lange Zeit langsam ab.
In der Pharmakokinetik wird der intramuskuläre Weg mit anderen verglichen, indem man den zeitlichen Verlauf der Blutkonzentration misst. Ein bekanntes Beispiel aus der medizinischen Versorgung sind viele Impfstoffe, die intramuskulär verabreicht werden, weil das Muskelgewebe gut durchblutet ist und dort Immunzellen erreicht werden.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur erscheint der Begriff vor allem in pharmakokinetischen Vergleichen und in Tierstudien, in denen Peptide auf verschiedenen Wegen verabreicht werden. Für die meisten zugelassenen Peptidarzneimittel, etwa GLP-1-Rezeptoragonisten oder Insulin, ist dagegen die subkutane Gabe üblich. Einige zugelassene Präparate, beispielsweise bestimmte GnRH-Analoga als Depotformulierung, werden intramuskulär gegeben.
Einordnung
Intramuskuläre Injektionen sind medizinische Maßnahmen mit Risiken wie Nerven- oder Gefäßverletzungen und Abszessen. PeptidWiki erklärt den Begriff als Fachterminologie der Pharmakologie und gibt keine Anleitung oder Anwendungsempfehlung. Nicht zugelassene Peptide sind im DACH-Raum keine Arzneimittel, individuelle Fragen gehören zu Ärztin oder Arzt.