Konfidenzintervall
WissenschaftBereich, in dem der wahre Effektwert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (meist 95 %) liegt. Breite Intervalle zeigen hohe Unsicherheit an, oft bei kleinen Stichproben. Ein 95 %-KI, das die Null einschließt, entspricht einem p ≥ 0,05.
Ausführlich erklärt
Ein Konfidenzintervall gibt einen Wertebereich um eine Schätzung an, etwa um eine Mittelwertdifferenz oder ein Risikoverhältnis. Streng genommen bezieht sich die Angabe 95 Prozent auf das Verfahren: Würde man eine Studie sehr oft wiederholen und jedes Mal ein Intervall berechnen, enthielten etwa 95 Prozent dieser Intervalle den wahren Wert. Für ein einzelnes, bereits berechnetes Intervall ist die Aussage, der wahre Wert liege mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit darin, eine Vereinfachung.
Die Breite hängt von der Streuung der Daten und der Stichprobengröße ab. Ein Beispiel: Eine kleine Studie findet eine mittlere Gewichtsdifferenz von drei Kilogramm mit einem Intervall von minus einem bis plus sieben Kilogramm. Dieses Ergebnis ist mit gar keinem Effekt ebenso vereinbar wie mit einem deutlichen.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur ist das Konfidenzintervall oft aufschlussreicher als der p-Wert. Große Zulassungsstudien zu GLP-1-Rezeptoragonisten berichten enge Intervalle, weil Tausende Teilnehmende eingeschlossen wurden. Frühe Humanstudien zu experimentellen Peptiden liefern dagegen häufig sehr breite Intervalle oder geben gar keine an. Fehlende Intervalle bedeuten, dass sich die Präzision eines berichteten Effekts nicht beurteilen lässt.
Einordnung
Das Konfidenzintervall ist nicht mit dem Referenzbereich eines Laborwerts zu verwechseln, der die Streuung in einer gesunden Bevölkerung beschreibt. Die Entsprechung zwischen 95-Prozent-Intervall und p-Schwelle gilt nur, wenn beide aus demselben Testverfahren stammen. Bei Verhältnismaßen wie Odds Ratios ist der Nullwert eins, nicht null.