Lyophilisat
AnwendungGefriergetrocknetes Pulver, stabiles Peptid-Präparat, das durch Lyophilisation haltbar gemacht wurde. Muss vor Anwendung mit BAC-Wasser rekonstituiert werden.
Ausführlich erklärt
Bei der Lyophilisation, auch Gefriertrocknung genannt, wird eine wässrige Lösung zunächst tiefgefroren. Anschließend senkt man den Druck stark ab, sodass das Eis direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergeht, ohne zu schmelzen. Dieser Vorgang heißt Sublimation. In einer zweiten Trocknungsphase wird gebundenes Restwasser entfernt. Zurück bleibt ein poröser, oft kuchenartiger Feststoff.
Da Wasser viele Abbaureaktionen von Peptiden ermöglicht, etwa Hydrolyse oder Deamidierung, sind Lyophilisate meist deutlich länger lagerfähig als Lösungen. Häufig werden Hilfsstoffe wie Mannitol oder Zucker zugesetzt, die das Molekül während des Einfrierens schützen und dem Kuchen Struktur geben. Ein Beispiel aus der Arzneimittelpraxis sind viele Impfstoffe und Biologika, die als Trockensubstanz geliefert werden.
Bedeutung in der Peptidforschung
Synthetische Peptide werden nach Reinigung per HPLC nahezu immer lyophilisiert, weil das Pulver sich einfacher wiegen, versenden und lagern lässt. In der Laborpraxis wird die Stabilität des Lyophilisats durch Feuchtigkeit, Licht und Temperatur beeinflusst, typischerweise erfolgt die Lagerung trocken, dunkel und gekühlt. Stabilitätsdaten für einzelne experimentelle Peptide sind oft lückenhaft.
Einordnung
Ein Lyophilisat ist nicht automatisch rein oder steril, die Gefriertrocknung konserviert, sie reinigt nicht. PeptidWiki erklärt den Begriff aus Sicht der pharmazeutischen Technologie und gibt keine Anleitung zur Zubereitung für die Anwendung am Menschen.