Melatonin
EndokrinologieSchlafhormon der Zirbeldrüse (Epiphyse). Epithalon kann die Melatonin-Sekretion normalisieren.
Ausführlich erklärt
Melatonin wird in der Zirbeldrüse aus der Aminosäure Tryptophan über die Zwischenstufe Serotonin gebildet. Chemisch ist es ein kleines Indolderivat und kein Peptid. Seine Ausschüttung folgt einem Tag-Nacht-Rhythmus: Licht, das auf spezielle Sinneszellen der Netzhaut fällt, hemmt über eine Nervenverbindung vom Nucleus suprachiasmaticus, der inneren Uhr im Hypothalamus, die Produktion. Bei Dunkelheit steigt der Spiegel an und erreicht nachts sein Maximum.
Melatonin wirkt über die Rezeptoren MT1 und MT2 und signalisiert dem Körper vor allem „Nacht“. Es löst Schlaf nicht direkt aus, sondern stellt die innere Uhr. Ein Beispiel: Bei Jetlag ist der Melatoninrhythmus noch auf die alte Zeitzone eingestellt, was Einschlafprobleme und Tagesmüdigkeit erklärt.
Bedeutung in der Peptidforschung
Auf PeptidWiki wird Melatonin im Zusammenhang mit Epitalon genannt, einem synthetischen Tetrapeptid, das auf Arbeiten der russischen Forschungsgruppe um Vladimir Khavinson zurückgeht. In Tierstudien und kleinen Untersuchungen an älteren Menschen wurde ein Einfluss auf den Melatoninrhythmus beschrieben. Unabhängige Bestätigungen durch größere kontrollierte Studien stehen aus.
Einordnung
Die Bezeichnung „Schlafhormon“ ist eine Vereinfachung, zutreffender ist Taktgeber der inneren Uhr. Melatonin ist in der EU in bestimmten Formen als Arzneimittel zugelassen. Epitalon dagegen ist im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen.