NSAR
PharmakologieNichtsteroidale Antirheumatika. Wirkstoffklasse mit schmerzlindernder, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkung (z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen). Hemmen die Cyclooxygenase und damit die Prostaglandinbildung. Möglicher synergistischer Effekt mit BPC-157 wird diskutiert.
Ausführlich erklärt
NSAR hemmen die Cyclooxygenase-Enzyme COX-1 und COX-2. Diese wandeln Arachidonsäure in Prostaglandine um, Botenstoffe, die an Schmerz, Fieber und Entzündung beteiligt sind. COX-1 ist in vielen Geweben dauerhaft aktiv und schützt unter anderem die Magenschleimhaut und unterstützt die Blutplättchenfunktion. COX-2 wird vor allem im Entzündungsgeschehen verstärkt gebildet.
Daraus erklären sich typische Nebenwirkungen: Wird COX-1 mitgehemmt, steigen das Risiko für Magenschleimhautschäden und Blutungen. Selektive COX-2-Hemmer, die Coxibe, wurden entwickelt, um dieses Problem zu verringern, zeigten aber in Studien ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Acetylsalicylsäure nimmt eine Sonderstellung ein, weil sie COX irreversibel acetyliert.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur erscheinen NSAR vor allem als Vergleichs- oder Schadensmodell. In Tierstudien zu BPC-157 wurden NSAR eingesetzt, um Magen- und Darmschäden gezielt auszulösen und anschließend Veränderungen der Schleimhaut zu beobachten. Außerdem sind sie ein Referenzpunkt, wenn entzündungsbezogene Mechanismen neuer Peptide mit etablierten Wirkstoffklassen verglichen werden.
Einordnung
NSAR sind zugelassene Arzneimittel, BPC-157 ist experimentell und im DACH-Raum nicht zugelassen. Aussagen zu einem Zusammenwirken beider stammen aus Tiermodellen und lassen sich nicht auf den Menschen übertragen. Paracetamol wird meist nicht zu den NSAR gezählt, da es kaum entzündungshemmend wirkt.