Plasmakonzentration
PharmakologieKonzentration eines Wirkstoffs im Blutplasma zu einem bestimmten Zeitpunkt (gemessen in ng/mL oder pmol/L). Der zeitliche Verlauf (PK-Kurve) bestimmt Wirkungsdauer, Doserungsintervall und therapeutisches Fenster.
Ausführlich erklärt
Blutplasma ist der flüssige, zellfreie Anteil des Blutes. Um eine Plasmakonzentration zu bestimmen, wird eine Blutprobe zentrifugiert, das Plasma abgetrennt und der Wirkstoff darin quantifiziert. Bei Peptiden geschieht das häufig mit Immunoassays oder mit Flüssigchromatographie gekoppelt an Massenspektrometrie, die auch Abbauprodukte vom intakten Molekül unterscheiden kann.
Trägt man die gemessenen Werte gegen die Zeit auf, entsteht die Konzentrations-Zeit-Kurve. Aus ihr werden zentrale pharmakokinetische Kenngrößen abgeleitet: das Maximum Cmax, der Zeitpunkt Tmax, die Halbwertszeit und die Fläche unter der Kurve, kurz AUC, die ein Maß für die Gesamtexposition ist. Ein Beispiel: Natives GLP-1 wird durch das Enzym DPP-4 innerhalb von Minuten abgebaut, sodass seine Plasmakonzentration nach der Freisetzung sehr schnell wieder sinkt. Modifizierte Analoga bleiben dagegen deutlich länger messbar.
Bedeutung in der Peptidforschung
Plasmakonzentrationen sind die Grundlage jeder pharmakokinetischen Studie mit Peptiden. Sie zeigen, ob ein Molekül nach der Gabe überhaupt intakt im Kreislauf ankommt, wie schnell Enzyme es abbauen und ob chemische Modifikationen die Stabilität verbessern. Für viele experimentelle Peptide fehlen solche Humandaten, und es existieren nur Messungen aus Tiermodellen.
Einordnung
Die Plasmakonzentration ist nicht gleichbedeutend mit der Konzentration am Wirkort. Peptide können im Gewebe gebunden, von Rezeptoren aufgenommen oder lokal abgebaut werden. Zudem unterscheidet man die gesamte und die freie, also nicht an Plasmaproteine gebundene Konzentration, die für die Wirkung maßgeblich ist.