Post-hoc-Analyse
WissenschaftAuswertung nach Studienabschluss zu Fragen, die nicht im Vorfeld festgelegt waren. Wissenschaftlich schwächer als prospektiv geplante Analysen, weil Mehrfach-Tests die Wahrscheinlichkeit falsch-positiver Ergebnisse erhöhen. Hypothesengenerierend, nicht beweisend.
Ausführlich erklärt
Bei einer Post-hoc-Analyse („danach“) werden Daten einer abgeschlossenen Studie auf Fragen hin untersucht, die im ursprünglichen Prüfplan nicht vorgesehen waren. Häufig sind Subgruppenanalysen, etwa nach Alter, Geschlecht oder Ausgangswerten, sowie die Betrachtung zusätzlicher Laborparameter.
Das statistische Problem liegt in der Vielzahl möglicher Vergleiche. Bei einem Signifikanzniveau von fünf Prozent ist bei zwanzig unabhängigen Tests rein zufällig mit etwa einem „signifikanten“ Ergebnis zu rechnen, auch wenn in Wahrheit kein Effekt besteht. Ein klassisches Lehrbeispiel stammt aus einer großen Herzinfarktstudie, in der eine scherzhaft ergänzte Subgruppenanalyse nach Sternzeichen einen scheinbaren Unterschied ergab. Korrekturverfahren wie die Bonferroni-Methode mindern das Risiko, beseitigen es aber nicht.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung werden Post-hoc-Analysen oft genutzt, um aus großen Studienprogrammen, etwa zu GLP-1-Rezeptoragonisten, zusätzliche Hinweise auf Effekte außerhalb des Hauptendpunkts abzuleiten. Solche Befunde zu Organen oder Untergruppen erscheinen dann in Fachartikeln und Medienberichten. Für eine belastbare Aussage braucht es eine prospektiv geplante Studie mit genau dieser Fragestellung.
Einordnung
Post-hoc-Analysen sind nicht wertlos: Sie liefern Hypothesen und können Sicherheitssignale sichtbar machen. Sie sind aber von präspezifizierten Sekundäranalysen zu unterscheiden, die vorab im Prüfplan festgelegt wurden und daher höheres Gewicht haben.