RCT
WissenschaftRandomized Controlled Trial, randomisierte kontrollierte Studie. Höchste Form des klinischen Beweises. Goldstandard für die Bewertung von Wirksamkeit und Sicherheit.
Ausführlich erklärt
In einer randomisierten kontrollierten Studie werden Teilnehmende per Zufall einer Interventionsgruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt, die etwa ein Placebo oder eine Standardbehandlung erhält. Die Randomisierung sorgt dafür, dass sich bekannte und unbekannte Einflussfaktoren wie Alter, Vorerkrankungen oder Lebensstil im Mittel gleichmäßig auf die Gruppen verteilen. Unterschiede im Ergebnis lassen sich dann mit größerer Sicherheit der Intervention zuschreiben.
Zusätzlich wird häufig verblindet: Bei einer doppelblinden Studie wissen weder Teilnehmende noch Studienpersonal, wer welche Gruppe bildet. Vor Studienbeginn werden der primäre Endpunkt und die Auswertung festgelegt und in Registern hinterlegt. Ein Beispiel sind die großen Zulassungsstudien zu Semaglutid, in denen Tausende Teilnehmende über längere Zeit mit Placebo verglichen wurden.
Bedeutung in der Peptidforschung
Für Peptide markiert das Vorliegen randomisierter Studien oft den entscheidenden Unterschied zwischen zugelassenen und experimentellen Substanzen. GLP-1-Rezeptoragonisten sind in zahlreichen RCTs untersucht. Für Peptide wie BPC-157 oder TB-500 fehlen publizierte RCTs am Menschen weitgehend, ihre Datenbasis besteht überwiegend aus Tier- und Zellstudien.
Einordnung
Ein RCT ist nicht automatisch hochwertig: Kleine Fallzahlen, kurze Laufzeiten, fehlende Verblindung oder selektive Veröffentlichung schwächen die Aussagekraft. In Evidenzhierarchien stehen systematische Übersichten und Metaanalysen mehrerer RCTs meist noch darüber.