Doppelblind
WissenschaftStudiendesign, bei dem weder Teilnehmer noch Untersucher wissen, wer Verum oder Placebo erhält. Minimiert Erwartungsverzerrungen (Bias) auf beiden Seiten. Gilt gemeinsam mit Randomisierung als Kennzeichen hochwertiger RCTs.
Ausführlich erklärt
Verblindung bedeutet, dass Beteiligte nicht wissen, welcher Gruppe eine Person zugeordnet ist. Bei einer einfach verblindeten Studie kennen nur die Teilnehmenden ihre Zuordnung nicht. Bei der doppelblinden Studie sind zusätzlich die Untersuchenden verblindet, oft auch die Personen, die Endpunkte bewerten oder Daten auswerten. Technisch wird das über codierte Prüfpräparate umgesetzt, deren Zuordnung erst nach Abschluss der Datenerhebung aufgedeckt wird.
Die Verblindung schützt vor verschiedenen Verzerrungen. Teilnehmende berichten Beschwerden anders, wenn sie wissen, dass sie den Wirkstoff erhalten. Untersuchende beurteilen etwa Hautbefunde oder Beweglichkeit unbewusst günstiger. Ein Beispiel für die Grenzen: Verursacht ein Wirkstoff typische Nebenwirkungen wie Übelkeit, ahnen viele Beteiligte ihre Gruppe, und die Verblindung wird teilweise durchbrochen.
Bedeutung in der Peptidforschung
Bei GLP-1-Rezeptoragonisten ist genau diese Entblindung durch Magen-Darm-Nebenwirkungen ein diskutiertes methodisches Thema. Für experimentelle Peptide wie BPC-157 oder Selank existieren kaum doppelblinde Humanstudien, und auch Tierstudien werden nicht immer verblindet ausgewertet. PeptidWiki verwendet den Begriff, um zu kennzeichnen, wie gut ein berichteter Befund gegen Erwartungseffekte abgesichert ist.
Einordnung
„Doppelblind“ ist nicht gleichbedeutend mit „placebokontrolliert“: Auch Vergleiche zweier Wirkstoffe können doppelblind sein. Umgekehrt garantiert die Bezeichnung allein keine gelungene Verblindung. Aussagekräftig ist, ob eine Studie berichtet, wie gut die Verblindung tatsächlich funktioniert hat.