Stammzellen
BiologieUndifferenzierte Zellen mit der Fähigkeit zur Selbsterneuerung und Differenzierung in spezialisierte Zelltypen. TP508 und andere reparative Peptide sollen Stammzell-Rekrutierung fördern. Mesenchymale Stammzellen sind an der Geweberegeneration beteiligt.
Ausführlich erklärt
Stammzellen werden nach ihrem Entwicklungspotenzial eingeteilt. Totipotente Zellen wie die befruchtete Eizelle können einen ganzen Organismus hervorbringen, pluripotente embryonale Stammzellen alle Zelltypen des Körpers. Adulte Stammzellen sind dagegen meist multipotent oder unipotent und auf bestimmte Gewebe beschränkt, etwa blutbildende Stammzellen im Knochenmark oder Satellitenzellen im Muskel.
Ein Meilenstein war 2006 die Entdeckung, dass sich ausgereifte Körperzellen durch wenige Transkriptionsfaktoren in induzierte pluripotente Stammzellen zurückprogrammieren lassen. Shinya Yamanaka erhielt dafür 2012 den Nobelpreis. Mesenchymale Stromazellen, oft als mesenchymale Stammzellen bezeichnet, stammen aus Knochenmark oder Fettgewebe und können sich unter anderem zu Knochen-, Knorpel- und Fettzellen entwickeln.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung taucht der Begriff meist auf, wenn Regeneration untersucht wird. Für Peptide wie TP508, ein Fragment von Thrombin, oder Thymosin Beta-4 wurde in Tiermodellen eine Beteiligung von Vorläuferzellen an der Gewebereparatur diskutiert. Außerdem werden Peptide als Signalstoffe in Stammzellkulturen oder als Bestandteile von Biomaterialien untersucht, die die Ansiedlung von Zellen fördern sollen.
Einordnung
Der Begriff wird im Marketing oft unscharf verwendet. Aussagen, ein Peptid „aktiviere Stammzellen“, beruhen meist auf indirekten Markern in Laborstudien. Stammzellbasierte Verfahren unterliegen in der EU strengen Regeln für Arzneimittel für neuartige Therapien.