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Surrogatmarker

Wissenschaft

Messbare Größe, die anstelle eines klinisch relevanten Endpunkts genutzt wird (z. B. HbA1c statt Diabetes-Komplikationen, LDL statt Herzinfarktrate). Methodisch erlaubt, aber Annahmen über die Brückenwirkung müssen valide sein.

Ausführlich erklärt

Ein Surrogatmarker ist ein Ersatzmesswert, der schneller, billiger oder mit weniger Teilnehmenden erfasst werden kann als der eigentlich interessierende Endpunkt, etwa Herzinfarkt, Erblindung oder Tod. Damit ein Surrogat als valide gilt, muss es nicht nur mit dem klinischen Endpunkt korrelieren, sondern die Wirkung einer Intervention auf den Endpunkt zuverlässig widerspiegeln.

Die Geschichte der Medizin kennt Fälle, in denen dies nicht zutraf. Ein bekanntes Beispiel sind bestimmte Antiarrhythmika: Sie unterdrückten nach Herzinfarkt Rhythmusstörungen im EKG sehr wirksam, führten in der CAST-Studie aber zu einer erhöhten Sterblichkeit. Auch Substanzen, die das HDL-Cholesterin deutlich anhoben, senkten die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse in Studien nicht.

Bedeutung in der Peptidforschung

In der Peptidforschung sind Surrogatmarker allgegenwärtig: Körpergewicht, HbA1c, IGF-1-Spiegel, Entzündungsmarker oder Kollagenabbauprodukte. Gerade bei experimentellen Peptiden liegen oft nur solche Messwerte vor. Wenn ein Peptid etwa den IGF-1-Spiegel verändert, sagt das noch nichts über Muskelkraft, Lebensqualität oder langfristige Sicherheit aus. Harte Endpunkte werden meist erst in großen Phase-3-Studien erfasst.

Einordnung

Surrogatmarker sind von Biomarkern allgemein zu unterscheiden: Jeder Surrogatmarker ist ein Biomarker, aber nur wenige Biomarker sind als Surrogate für Zulassungsentscheidungen anerkannt. Eine Verbesserung auf dem Laborbefund ist nicht automatisch ein Nutzen für die Gesundheit.

EndpunktBiomarker
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