Telomere
BiologieSchutzkappen am Ende der Chromosomen, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen. Gelten als biologische Uhr. Epithalon soll die Telomerase aktivieren.
Ausführlich erklärt
Telomere bestehen beim Menschen aus vielen tausend Wiederholungen der kurzen DNA-Sequenz TTAGGG. Zusammen mit einem Proteinkomplex namens Shelterin bilden sie eine Schleifenstruktur, die verhindert, dass die Zelle das Chromosomenende fälschlich als DNA-Bruch erkennt und Reparaturprozesse auslöst. Die Verkürzung entsteht durch das sogenannte End-Replikationsproblem: Die DNA-Polymerase kann das äußerste Ende eines linearen DNA-Strangs nicht vollständig kopieren.
Erreichen Telomere eine kritische Länge, gehen viele Zellen in die replikative Seneszenz über, einen dauerhaften Teilungsstopp. Dieses Phänomen beschrieb Leonard Hayflick bereits in den 1960er-Jahren an kultivierten Fibroblasten als begrenzte Teilungsfähigkeit, lange bevor der molekulare Zusammenhang mit den Telomeren bekannt war.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur erscheinen Telomere vor allem im Zusammenhang mit Epithalon, einem synthetischen Tetrapeptid, das überwiegend von russischen Arbeitsgruppen untersucht wurde. Einzelne Zellkultur- und Tierstudien berichteten über Veränderungen der Telomerlänge oder der Telomerase-Aktivität. Unabhängige Replikationen und kontrollierte Humanstudien fehlen weitgehend, weshalb diese Befunde als vorläufig gelten. Epithalon ist im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen.
Einordnung
Die Telomerlänge wird oft als „biologische Uhr“ bezeichnet, ist aber ein unscharfer Marker: Sie schwankt stark zwischen Individuen, Geweben und Messmethoden. Längere Telomere sind nicht automatisch vorteilhaft, denn auch Tumorzellen erhalten ihre Telomere aktiv, um sich unbegrenzt teilen zu können.