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Tight Junction

Biologie

Engste Form der Zell-Zell-Verbindung, besonders in Darm- und Blut-Hirn-Schranken-Epithel. Reguliert, was zwischen Zellen hindurchpassieren darf. Zonulin lockert Tight Junctions. Larazotid soll sie als Zonulin-Antagonist stabilisieren.

Ausführlich erklärt

Tight Junctions sind bandförmige Verbindungen, die benachbarte Epithel- und Endothelzellen nahe ihrer Oberseite umlaufen und den Spalt zwischen ihnen weitgehend abdichten. Aufgebaut sind sie aus Membranproteinen wie Claudinen und Occludin, die über Gerüstproteine der ZO-Familie (Zonula occludens) mit dem Aktin-Zytoskelett verbunden sind.

Die Dichtheit ist nicht starr: Die Zusammensetzung der Claudine bestimmt, welche Ionen und Moleküle den Zellzwischenraum passieren können, und Zellen können Tight Junctions über Signalwege aktiv öffnen oder schließen. Man spricht vom parazellulären Weg, im Gegensatz zum transzellulären Transport durch die Zelle hindurch. Im Darm lässt sich die Barriere im Labor beispielsweise über den elektrischen Widerstand von Zellschichten messen, den transepithelialen elektrischen Widerstand.

Bedeutung in der Peptidforschung

Für Peptide sind Tight Junctions doppelt bedeutsam. Einerseits sind sie eine Hürde für die orale Aufnahme, weshalb für orale Peptidformulierungen Absorptionsverstärker untersucht werden, von denen einige die Tight Junctions vorübergehend öffnen. Andererseits sind sie selbst Ziel experimenteller Peptide wie Larazotid, das in Studien zur Darmbarriere bei Zöliakie geprüft wurde. Auch an der Blut-Hirn-Schranke bestimmen sie, welche Peptide ins Gehirn gelangen.

Einordnung

Der populäre Begriff „Leaky Gut“ ist wissenschaftlich unscharf. Eine veränderte Darmdurchlässigkeit ist bei einigen Erkrankungen gut belegt, als eigenständige Diagnose ist sie jedoch nicht etabliert. Larazotid ist nicht zugelassen.

ZonulinBlut-Hirn-Schranke
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