TSH
EndokrinologieThyreoidea-stimulierendes Hormon (Thyreotropin). Hypophysenhormon, das die Schilddrüse zur T3/T4-Produktion stimuliert. TRH stimuliert TSH. Normalwert: 0,4–4,0 mU/L. Monitoring-Pflicht bei TRH-Protokollen.
Ausführlich erklärt
TSH ist ein Glykoprotein aus zwei Untereinheiten. Die Alpha-Kette teilt es mit LH, FSH und hCG, die Beta-Kette verleiht ihm seine Spezifität für den TSH-Rezeptor der Schilddrüse. Bindet TSH dort, steigen Jodaufnahme, Hormonbildung und Wachstum der Schilddrüsenzellen.
Das System funktioniert als negativer Regelkreis: TRH aus dem Hypothalamus regt die TSH-Ausschüttung an, die Schilddrüsenhormone T3 und T4 bremsen sie wieder. Weil schon kleine Änderungen der freien Hormone eine deutliche TSH-Reaktion auslösen, gilt TSH als empfindlicher Suchtest. Ein Beispiel: Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse steigt TSH oft an, bevor T4 messbar abfällt. Bei Störungen der Hypophyse selbst ist TSH dagegen wenig aussagekräftig.
Bedeutung in der Peptidforschung
In Peptidstudien dient TSH als Marker für Einflüsse auf die Schilddrüsenachse. Historisch wurde TRH, eines der ersten strukturell aufgeklärten Hypothalamuspeptide, im TRH-Stimulationstest genutzt, um die TSH-Reserve der Hypophyse zu prüfen. Auch in Untersuchungen zu Wachstumshormon und seinen Sekretagoga wird TSH erfasst, da GH die Umwandlung von T4 in T3 beeinflussen kann.
Einordnung
TSH ist kein Schilddrüsenhormon, sondern ein Steuerhormon der Hypophyse. Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor, Alter und Schwangerschaft. Eine Laborüberwachung im Rahmen nicht zugelassener Peptidanwendungen ist kein etabliertes Verfahren und keine Empfehlung von PeptidWiki.