Das 100-Punkte-Scoring
Jedes Peptid auf PeptidWiki wird nach sechs Kriterien bewertet. Das Ergebnis ist keine Kaufempfehlung, sondern ein Maßstab für wissenschaftliche Seriosität und Anwendersicherheit.
Zentrales Prinzip: Die Methodik bewertet den aktuellen Forschungsstand — nicht die klinische Wirksamkeit beim Menschen. Ein hoher Score signalisiert umfangreiche Studien und eine klare Rechtslage, impliziert aber keine therapeutische Wirkung.
Score-Stufen auf einen Blick
Starke humanmedizinische Evidenz, exzellentes Sicherheitsprofil
Solide Evidenz, überschaubare Risiken
Limitierte Humanstudien oder moderate Sicherheitsbedenken
Überwiegend präklinische Daten oder erhebliche Risiken
Die sechs Kategorien
Studienqualität (RCTs > Tierstudien > In-vitro)
Dokumentierte Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Zugänglichkeit in Deutschland, Österreich, Schweiz
Verständnis biologischer Wirkmechanismen
Anwendungsform und Lagerstabilität
Kategorien im Detail
Evidenzqualität30 %
Bewertet die methodische Qualität der vorhandenen Studien. Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) am Menschen stehen ganz oben — sie sind der wissenschaftliche Goldstandard. In-vitro-Laborversuche stehen ganz unten, weil Ergebnisse aus Zellkulturen sehr selten direkt auf den Menschen übertragbar sind.
Warum?
Trägt am stärksten zum Score bei (30 %), weil Studienqualität wichtiger ist als Studienmenge. Eine solide Humanstudie schlägt 50 Tierstudien.
Bewertungsskala
Sicherheitsprofil25 %
Bewertet, wie gut Nebenwirkungen bekannt und handhabbar sind. Ein Peptid mit klar dokumentierten, milden Nebenwirkungen wird höher bewertet als eines, bei dem schlicht keine Daten vorhanden sind — denn „keine Daten" ist nicht dasselbe wie „sicher".
Warum?
Zweitwichtigster Faktor (25 %), weil Research-Peptide keine regulatorische Zulassung haben. Transparente Sicherheitsdaten schützen Forscher und Anwender gleichermaßen.
Bewertungsskala
Forschungsvolumen15 %
Zählt die Gesamtanzahl der verfügbaren Studien auf PubMed — logarithmisch skaliert, weil der Unterschied zwischen 10 und 100 Studien viel bedeutsamer ist als der zwischen 1.000 und 1.100.
Warum?
Viele unabhängige Studien erhöhen die Replikationswahrscheinlichkeit. Gleichzeitig verdient Quantität weniger Gewicht (15 %) als Qualität — deshalb zählt Evidenzqualität doppelt so viel.
Bewertungsskala
Rechtlicher Status (DE / AT / CH)15 %
Bewertet die rechtliche Zugänglichkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Peptid mit hohem Evidenz-Score, aber aktivem WADA-Verbot oder strafrechtlichem Risiko ist für die Mehrheit der Anwender und Forscher im DACH-Raum weniger relevant.
Warum?
PeptidWiki.de richtet sich an den DACH-Raum. Praktische Nutzbarkeit gehört zur wissenschaftlichen Einordnung. Dieser Faktor spiegelt die regulatorische Realität wider — er ist kein moralisches Urteil.
Mechanistische Klarheit10 %
Bewertet, wie gut der biologische Wirkmechanismus verstanden ist: Welche Rezeptoren werden angesprochen? Welche Signalwege aktiviert? Ein verstandener Mechanismus erlaubt fundierte Hypothesen über Dosierung, Kombinationen und Nebenwirkungen.
Warum?
Ohne bekannten Mechanismus sind Wirkungsaussagen reine Spekulation. Dieser Faktor trennt Peptide mit solidem wissenschaftlichem Fundament von solchen, die nur empirisch beschrieben werden.
Bewertungsskala
Praktikabilität5 %
Bewertet Anwendungsform, Lagerstabilität und Verfügbarkeit. Oral einnehmbare oder topische Peptide sind einfacher handhabbar als solche, die gekühlt gelagert, rekonstituiert und subkutan injiziert werden müssen.
Warum?
Niedrigste Gewichtung (5 %), da Praktikabilität kein Qualitätsmerkmal ist. Sie beeinflusst jedoch, wie breit ein Peptid in der unabhängigen Forschung eingesetzt werden kann.
Wichtiger Hinweis: Der Score spiegelt den Stand der wissenschaftlichen Literatur wider und ist keine medizinische Empfehlung. Forschungspeptide sind keine zugelassenen Arzneimittel. Die Anwendung am Menschen außerhalb klinischer Studien erfolgt auf eigene Verantwortung.