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Amid

Grundlagen

Funktionelle Gruppe der Form R-CO-NR'R''. Verknüpfung zwischen Carbonyl-Kohlenstoff und Stickstoff. Die Peptidbindung ist chemisch eine Amidbindung zwischen Aminogruppe und Carboxylgruppe zweier Aminosäuren. Die C-N-Bindung ist durch Mesomerie planar fixiert.

Ausführlich erklärt

Die Amidgruppe zeichnet sich durch Mesomerie aus: Das freie Elektronenpaar des Stickstoffs ist teilweise mit der Carbonylgruppe delokalisiert. Dadurch erhält die C-N-Bindung einen partiellen Doppelbindungscharakter, ist kürzer als eine gewöhnliche Einfachbindung und kaum frei drehbar. Die sechs beteiligten Atome liegen in einer Ebene. In Proteinen ist die trans-Anordnung stark bevorzugt, nur vor Prolin kommt auch die cis-Form häufiger vor.

Diese Starrheit schränkt die möglichen Faltungen einer Peptidkette ein, sodass nur die Drehwinkel um die benachbarten Bindungen, die Phi- und Psi-Winkel, variabel bleiben. Zudem können N-H-Gruppen als Wasserstoffbrückendonatoren und C=O-Gruppen als Akzeptoren wirken, was die Grundlage für Alpha-Helices und Beta-Faltblätter bildet.

Bedeutung in der Peptidforschung

In der Peptidforschung taucht der Begriff zusätzlich im Zusammenhang mit der C-terminalen Amidierung auf. Viele Peptidhormone, etwa Oxytocin, Calcitonin oder GLP-1 in einer seiner Formen, tragen am Ende eine Amidgruppe statt einer freien Carbonsäure. Diese Modifikation beeinflusst Ladung, Rezeptorbindung und Stabilität. In Sequenzangaben wird sie oft mit „-NH2“ gekennzeichnet.

Einordnung

Amid ist nicht mit Amin zu verwechseln: Bei Aminen fehlt die benachbarte Carbonylgruppe, sie sind deutlich basischer. Amidbindungen sind chemisch recht stabil, werden im Körper aber enzymatisch von Proteasen gespalten, was die kurze Halbwertszeit vieler Peptide erklärt.

PeptidbindungAminogruppeCarboxylgruppe
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