Benzodiazepin
PharmakologieKlasse sedierender und angstlösender Arzneimittel (z. B. Diazepam/Valium), die GABA-A-Rezeptoren positiv modulieren. Mit relevantem Abhängigkeitspotenzial. Selank bietet ähnliche Anxiolyse ohne Benzodiazepine.
Ausführlich erklärt
Benzodiazepine binden an eine spezielle Stelle des GABA-A-Rezeptors, die von der Bindungsstelle des Botenstoffs GABA selbst getrennt ist. Sie öffnen den Rezeptor nicht direkt, sondern erhöhen die Häufigkeit, mit der sich sein Chloridkanal unter GABA-Einfluss öffnet. Das verstärkt die hemmende Wirkung von GABA im Nervensystem. Diese Art der Verstärkung nennt man positive allosterische Modulation.
Der erste Vertreter, Chlordiazepoxid, kam Anfang der 1960er-Jahre auf den Markt, kurz darauf folgte Diazepam. Je nach Substanz stehen angstlösende, schlaffördernde, muskelentspannende oder krampfhemmende Eigenschaften im Vordergrund. Die Wirkstoffe unterscheiden sich zudem stark in ihrer Halbwertszeit.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur tauchen Benzodiazepine vor allem als Vergleichssubstanzen auf. Für Selank, ein synthetisches Heptapeptid auf Basis des körpereigenen Tuftsins, wurden in russischen Studien angstbezogene Effekte teils im Vergleich zu Benzodiazepinen untersucht. Diskutiert wird ein Einfluss auf das GABA-System über andere Mechanismen. Die Studien sind klein, eine unabhängige Bestätigung außerhalb Russlands fehlt weitgehend.
Einordnung
Benzodiazepine sind verschreibungspflichtige, zugelassene Arzneimittel mit bekanntem Risiko für Toleranz, Abhängigkeit und Entzugssymptome. Selank ist dagegen im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen. Aus der aktuellen Datenlage lässt sich nicht ableiten, dass es eine gleichwertige Alternative darstellt.