Cmax
PharmakologieMaximale Plasmakonzentration nach Verabreichung, der höchste Punkt der Konzentrations-Zeit-Kurve. Korreliert mit der Spitzenwirkung und mit dosis-abhängigen Nebenwirkungen. Tritt zum Zeitpunkt Tmax auf.
Ausführlich erklärt
Cmax wird direkt aus den Messwerten einer pharmakokinetischen Studie abgelesen: Es ist die höchste gemessene Konzentration eines Stoffes im Blutplasma. Wie hoch und wie früh diese Spitze ausfällt, hängt vom Aufnahmeweg, von der Formulierung und von der Geschwindigkeit ab, mit der der Stoff verteilt und abgebaut wird. Nach Gabe in die Vene liegt die Spitze praktisch am Anfang, bei Aufnahme aus dem Unterhautgewebe oder dem Darm tritt sie später und flacher auf.
Weil Cmax nur ein einzelner Messpunkt ist, hängt der Wert auch vom Studiendesign ab. Liegen die Blutabnahmen zu weit auseinander, kann die tatsächliche Spitze verpasst werden.
Bedeutung in der Peptidforschung
Für Peptide ist Cmax wichtig, weil manche Nebenwirkungen mit Spitzenkonzentrationen zusammenhängen dürften. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten wird etwa diskutiert, dass Übelkeit eher mit einem schnellen Konzentrationsanstieg zusammenhängt. Langwirksame Formulierungen, die über Albuminbindung oder Depots arbeiten, erzeugen flachere Kurven mit niedrigerem Verhältnis von Spitze zu Tal. In Bioäquivalenzstudien ist Cmax neben der AUC ein Hauptkriterium.
Einordnung
Cmax ist nicht mit der maximalen Wirkung gleichzusetzen, denn Rezeptoreffekte können der Blutkonzentration zeitlich hinterherlaufen oder nach Bindung länger anhalten. Der Wert beschreibt die Pharmakokinetik und ist keine Zielgröße für eine Anwendung.