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Endothel

Biologie

Einschichtige Zellschicht, die das Innere aller Blutgefäße auskleidet. Reguliert Gefäßweite, Gerinnung, Entzündung und Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe. Endotheldysfunktion gilt als frühes Zeichen kardiovaskulärer Erkrankungen.

Ausführlich erklärt

Das Endothel ist trotz seiner geringen Dicke ein aktives Organ. Seine Zellen registrieren den Blutfluss über mechanische Sensoren: Die sogenannte Schubspannung, also die Reibung des strömenden Blutes, regt die endotheliale NO-Synthase an. Das gebildete Stickstoffmonoxid entspannt die glatte Gefäßmuskulatur, sodass sich das Gefäß weitet. Gleichzeitig produziert das Endothel gefäßverengende Stoffe wie Endothelin-1, sodass ein fein abgestimmtes Gleichgewicht entsteht.

Darüber hinaus hält ein gesundes Endothel das Blut flüssig, indem es gerinnungshemmende Substanzen wie Prostacyclin bereitstellt, und steuert über Adhäsionsmoleküle, wann Immunzellen aus dem Blut ins Gewebe übertreten. Ein Beispiel für die Messung der Endothelfunktion ist die flussvermittelte Dilatation: Nach kurzzeitiger Unterbrechung des Blutflusses am Arm wird per Ultraschall gemessen, wie stark sich die Armarterie anschließend erweitert.

Bedeutung in der Peptidforschung

In der Peptidforschung ist das Endothel relevant, weil viele Peptide an Gefäßen angreifen oder dort gebildet werden. Natriuretische Peptide, Angiotensin II, Endothelin und VIP beeinflussen die Gefäßweite direkt. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten wird untersucht, ob sie die Endothelfunktion verändern, und für experimentelle Peptide wie BPC-157 berichten Tierstudien über Effekte auf Gefäße.

Einordnung

Endothel ist vom Epithel abzugrenzen, das äußere und innere Körperoberflächen wie Haut oder Darm auskleidet. Endotheldysfunktion ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein funktioneller Zustand, der mit Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes einhergeht.

VasodilatationStickstoffmonoxidVEGFR2
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