VEGFR2
BiologieVascular Endothelial Growth Factor Receptor 2. Hauptrezeptor für VEGF auf Endothelzellen. Aktivierung löst die Signalkaskade für Angiogenese (Neubildung von Blutgefäßen) aus. BPC-157 wirkt unter anderem über VEGFR2-Aktivierung.
Ausführlich erklärt
VEGFR2, auch KDR genannt, ist eine Rezeptor-Tyrosinkinase in der Membran von Endothelzellen. Bindet VEGF-A, lagern sich zwei Rezeptoren zusammen und phosphorylieren sich gegenseitig an bestimmten Tyrosinresten. Daraufhin werden Signalwege wie PLCγ-ERK für die Zellteilung und PI3K-Akt für das Zellüberleben aktiviert, außerdem wird über die endotheliale NO-Synthase die Gefäßdurchlässigkeit erhöht.
Für die Angiogenese bedeutet das: Endothelzellen lösen sich aus ihrem Verband, wandern in Richtung des VEGF-Signals, teilen sich und bilden neue Gefäßröhren. Die Spitzenzellen eines neuen Gefäßsprosses tragen dabei besonders viel VEGFR2. Ein Beispiel für die medizinische Relevanz: Bei der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration wachsen krankhafte Gefäße unter der Netzhaut. Zugelassene Arzneimittel, die VEGF abfangen, unterbrechen dort die Aktivierung von VEGFR2.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur wird VEGFR2 vor allem beim experimentellen Peptid BPC-157 diskutiert. Tierstudien und Zellkulturexperimente berichten über eine vermehrte Expression und Aktivierung von VEGFR2 und nachgeschalteter Signalwege, was als möglicher Mechanismus für beobachtete Effekte auf die Gefäßbildung interpretiert wird. Auch andere angiogene Peptide werden auf diesen Signalweg hin untersucht.
Einordnung
VEGFR2 ist von VEGFR1 und VEGFR3 abzugrenzen, die andere Aufgaben haben, VEGFR3 etwa in Lymphgefäßen. Die Anregung der Gefäßneubildung ist nicht per se positiv, da auch Tumoren Angiogenese benötigen. Die BPC-157-Daten sind präklinisch und nicht am Menschen bestätigt.