EPO
EndokrinologieErythropoetin. Glykoproteinhormon der Niere, das die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark stimuliert. Therapeutisch bei renaler Anämie eingesetzt, im Sport WADA-verboten. ARA-290 nutzt die geweberschützende Wirkung von EPO ohne die hämatopoetische Komponente.
Ausführlich erklärt
EPO ist ein Glykoprotein aus 165 Aminosäuren mit mehreren Zuckerketten, die einen großen Teil seiner Masse ausmachen und seine Verweildauer im Blut bestimmen. Gebildet wird es vor allem in spezialisierten Zellen der Niere. Sinkt dort der Sauerstoffgehalt, stabilisiert sich der Transkriptionsfaktor HIF, der das EPO-Gen anschaltet. Das Hormon erreicht über das Blut das Knochenmark und schützt dort Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen vor dem programmierten Zelltod.
Rekombinantes EPO war eines der ersten gentechnisch hergestellten Biologika. Spätere Varianten wie Darbepoetin tragen zusätzliche Zuckerketten und wirken länger. Da eine höhere Zahl roter Blutkörperchen die Sauerstofftransportkapazität erhöht, wurde EPO im Ausdauersport missbräuchlich eingesetzt. Nachweisverfahren unterscheiden heute körpereigenes und rekombinantes EPO anhand des Glykosylierungsmusters.
Bedeutung in der Peptidforschung
Für PeptidWiki ist EPO vor allem Ausgangspunkt für abgeleitete Peptide. Präklinische Befunde deuten darauf hin, dass EPO über einen anderen Rezeptorkomplex, gebildet aus EPO-Rezeptor und der β-Common-Untereinheit, auch gewebeschützende Signale auslösen kann. ARA-290 ist ein daraus abgeleitetes experimentelles Peptid, das diesen Weg gezielt ansprechen soll. Es ist im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen.
Einordnung
EPO und Erythropoetin bezeichnen dasselbe Hormon. Die blutbildende Wirkung ist mit Risiken verbunden, darunter eine erhöhte Blutviskosität und Thromboseneigung. Die Trennbarkeit von gewebeschützenden und blutbildenden Effekten ist ein Forschungskonzept, das beim Menschen noch nicht abschließend belegt ist.