Wachstumsfaktor
BiologieProtein oder Peptid, das Zellwachstum, Proliferation und Differenzierung stimuliert. Beispiele: IGF-1, FGF-21, EGF, VEGF, MGF. Die WADA-Sperrliste (S2.3) umfasst alle "Wachstumsfaktoren und Modulatoren" im Sport.
Ausführlich erklärt
Wachstumsfaktoren wirken meist lokal, also parakrin auf Nachbarzellen oder autokrin auf die produzierende Zelle selbst, teils auch über das Blut. Sie binden an Rezeptoren an der Zelloberfläche, häufig an Rezeptor-Tyrosinkinasen. Die Bindung führt dazu, dass sich zwei Rezeptoren zusammenlagern und gegenseitig phosphorylieren. Darauf folgen Signalkaskaden wie der MAP-Kinase- oder der PI3K-Akt-Weg, die Zellteilung, Stoffwechsel und Überleben steuern.
Jeder Wachstumsfaktor hat ein eigenes Profil. VEGF fördert vor allem die Bildung neuer Blutgefäße, EGF die Teilung von Epithelzellen, und die Mitglieder der FGF-Familie reichen von Gewebewachstum bis zur Stoffwechselregulation. Ein anschauliches Beispiel ist die Wundheilung: Blutplättchen setzen am Ort der Verletzung Faktoren wie PDGF und TGF-β frei, die Bindegewebszellen anlocken und den Umbau des Gewebes anstoßen.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung sind Wachstumsfaktoren in zweierlei Hinsicht relevant. Einige untersuchte Moleküle sind selbst Wachstumsfaktoren oder deren Varianten, etwa IGF-1 LR3 oder MGF, eine Spleißvariante des IGF-1-Gens. Andere Peptide wie BPC-157 oder Fragmente von Thymosin Beta-4 werden daraufhin untersucht, ob sie die Expression von Wachstumsfaktoren oder deren Rezeptoren beeinflussen.
Einordnung
Die Grenze zwischen Wachstumsfaktor, Hormon und Zytokin ist unscharf, manche Moleküle werden je nach Kontext unterschiedlich eingeordnet. Im Sport fallen Wachstumsfaktoren und ihre Modulatoren unter die WADA-Kategorie S2 und sind jederzeit verboten. Wachstumsfördernde Signale werden zudem im Zusammenhang mit Tumorrisiken diskutiert.