FGFR
BiologieFibroblast Growth Factor Receptor. Familie von Tyrosinkinase-Rezeptoren (FGFR1–4), die Wachstum, Differenzierung und Stoffwechsel regulieren. FGFR1 in Kombination mit β-Klotho ist der Hauptrezeptor von FGF-21 in Leber und Hypothalamus.
Ausführlich erklärt
FGF-Rezeptoren bestehen aus einem außen liegenden Teil mit drei immunglobulinähnlichen Domänen, einem Membrananker und einer inneren Tyrosinkinase. Binden ein Fibroblasten-Wachstumsfaktor und ein Kofaktor, lagern sich zwei Rezeptoren zusammen und phosphorylieren sich gegenseitig. Das startet Signalketten wie den MAPK- und den PI3K-Weg. Durch alternatives Spleißen entstehen Varianten, etwa FGFR1c oder FGFR2b, die unterschiedliche FGFs bevorzugen.
Die meisten der rund zwanzig FGFs wirken lokal und benötigen Heparansulfat als Kofaktor. Eine Ausnahme bildet die endokrine Untergruppe aus FGF-19, FGF-21 und FGF-23, die über das Blut wirkt. Diese Hormone binden Heparansulfat nur schwach und brauchen stattdessen Klotho-Proteine. So signalisiert FGF-23 über FGFR1 mit α-Klotho in der Niere und reguliert den Phosphathaushalt.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptid- und Proteinforschung sind FGFRs doppelt relevant. Zum einen werden FGF-21-Analoga wie Efruxifermin oder Pegozafermin in klinischen Studien zu Lebererkrankungen untersucht, sie sind nicht als Arzneimittel zugelassen. Zum anderen sind aktivierende FGFR-Mutationen aus der Onkologie bekannt, weshalb Hemmstoffe dieser Rezeptoren in der Krebsforschung eine Rolle spielen.
Einordnung
FGFR bezeichnet den Rezeptor, FGF den Liganden. Die Gewebsverteilung bestimmt die Wirkung: FGF-21 wirkt vorrangig über FGFR1c mit β-Klotho im Fettgewebe und im Gehirn, während in der Leber FGFR4 mit β-Klotho vor allem das Darmhormon FGF-19 vermittelt.