Fibrose
BiologiePathologische Ansammlung von Bindegewebe (Narbengewebe) in einem Organ, die dessen Funktion beeinträchtigt. TB-4-Fragment (Ac-SDKP) und SS-31 werden bei Herz-, Leber- und Lungenfibrose erforscht. FGF-21-Analoga (Pegbelfermin) zeigen antifibrotische Wirkung bei NASH.
Ausführlich erklärt
Fibrose entsteht, wenn der normale Reparaturprozess nach einer Gewebeschädigung nicht mehr abgeschaltet wird. Zentrale Akteure sind Myofibroblasten, aktivierte Bindegewebszellen, die große Mengen Kollagen und andere Matrixproteine ablagern. Einer der wichtigsten Signalstoffe dabei ist TGF-beta. Überwiegt der Aufbau dauerhaft den Abbau durch Enzyme wie Matrix-Metalloproteinasen, versteift das Gewebe.
Fibrose kann fast jedes Organ betreffen. Ein Beispiel ist die Leber: Bei chronischer Belastung durch Fetteinlagerung, Alkohol oder Virusinfektionen werden dort die Sternzellen aktiviert und bilden Narbengewebe. Im Endstadium spricht man von Leberzirrhose. Gemessen wird der Fibrosegrad klassisch über Gewebeproben, zunehmend auch über Elastographie und Blutmarker.
Bedeutung in der Peptidforschung
Fibrose ist ein wichtiges Forschungsziel für Peptide, weil wirksame Optionen begrenzt sind. Das Tetrapeptid Ac-SDKP, ein Abbauprodukt von Thymosin Beta-4, wurde in Tiermodellen zu Herz- und Nierenfibrose untersucht. Bei der Fettleberentzündung MASH, früher NASH genannt, wurden FGF-21-Analoga wie Pegbelfermin in Studien getestet, ebenso GLP-1-basierte Wirkstoffe. Die Ergebnisse zum Fibroseendpunkt fielen unterschiedlich aus.
Einordnung
Fibrose ist nicht dasselbe wie eine normale Narbe nach Verletzung, sondern eine fortschreitende Umbaureaktion. Positive Befunde in Tiermodellen haben sich in klinischen Fibrosestudien häufig nicht bestätigt, was die Übertragbarkeit präklinischer Daten deutlich einschränkt.