NASH
PharmakologieNon-alcoholic Steatohepatitis, nicht-alkoholische Fettleberhepatitis. Fortgeschrittene Form der NAFLD mit Entzündung, Leberzellschaden und Fibrosierung. FGF-21-Analoga (Pegbelfermin, Lanifibranor) zeigen in Phase II/III klinische Wirksamkeit bei NASH.
Ausführlich erklärt
Bei der NASH lagert die Leber nicht nur Fett in ihren Zellen ein, sondern reagiert darauf mit einer Entzündung. Histologisch, also im feingeweblichen Bild einer Leberbiopsie, zeigen sich neben der Verfettung eine sogenannte Ballonierung der Leberzellen, entzündliche Infiltrate und häufig eine beginnende Vernarbung. Diese Fibrose kann über Jahre fortschreiten und in eine Zirrhose münden.
Mechanistisch gilt ein Zusammenspiel aus Insulinresistenz, Überangebot an freien Fettsäuren, oxidativem Stress und Signalen aus dem Darm als treibend. Lipotoxische Zwischenprodukte schädigen die Hepatozyten, Kupffer-Zellen setzen Zytokine frei, und aktivierte hepatische Sternzellen produzieren vermehrt Kollagen. Ein Beispiel für die Komplexität: Zwei Personen mit ähnlich starker Leberverfettung können sehr unterschiedliche Entzündungs- und Fibrosegrade aufweisen, was auch auf genetische Faktoren wie Varianten im PNPLA3-Gen zurückgeführt wird.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung ist NASH ein wichtiges Untersuchungsfeld, weil mehrere hormonähnliche Signalwege den Leberstoffwechsel beeinflussen. Inkretin-basierte Wirkstoffe wie GLP-1-Rezeptoragonisten und Mehrfachagonisten wurden in klinischen Studien auf histologische Endpunkte untersucht, ebenso Analoga des Hormons FGF-21. Typische Studienendpunkte sind die Rückbildung der Steatohepatitis in der Biopsie und das Ausbleiben einer Verschlechterung der Fibrose.
Einordnung
Seit einer internationalen Nomenklaturreform wird NASH zunehmend als MASH bezeichnet, also metabolisch assoziierte Steatohepatitis. Die Begriffe überschneiden sich weitgehend, sind aber nicht völlig deckungsgleich. Ergebnisse aus Phase-II-Studien erlauben noch keine Aussage über langfristige klinische Endpunkte wie Zirrhose oder Leberversagen.