NAFLD
PharmakologieNon-alcoholic Fatty Liver Disease. Fettleber ohne Alkoholkonsum. Häufig mit Adipositas, Insulinresistenz und metabolischem Syndrom assoziiert. Frühstadium von NASH. GLP-1-Agonisten und FGF-21 verbessern NAFLD-Parameter in klinischen Studien.
Ausführlich erklärt
NAFLD beschreibt ein Spektrum: Am einen Ende steht die einfache Leberverfettung, bei der ein relevanter Anteil der Leberzellen Fetttröpfchen enthält, ohne dass eine nennenswerte Entzündung vorliegt. Am anderen Ende stehen die entzündliche Form NASH, Fibrose und Zirrhose. Voraussetzung für die Diagnose war stets, dass andere Ursachen wie erheblicher Alkoholkonsum, Virushepatitis oder bestimmte Medikamente ausgeschlossen sind.
Biologisch entsteht die Verfettung, wenn die Leber mehr Fettsäuren aufnimmt oder neu bildet, als sie verbrennen oder in Form von Lipoproteinen abgeben kann. Insulinresistenz spielt dabei eine Schlüsselrolle: Das Fettgewebe gibt vermehrt Fettsäuren ins Blut ab, gleichzeitig bleibt die Neubildung von Fett in der Leber aktiv. Ein Beispiel ist der häufige Zufallsbefund einer Fettleber im Ultraschall bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, oft ganz ohne Beschwerden.
Bedeutung in der Peptidforschung
Auf PeptidWiki taucht NAFLD vor allem im Zusammenhang mit metabolisch wirksamen Peptiden auf. GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid, der Doppelagonist Tirzepatid und experimentelle Mehrfachagonisten wurden darauf untersucht, wie sich Leberfettgehalt und Leberenzyme verändern, häufig gemessen mittels MRT-basierter Fettquantifizierung. Auch FGF-21-Analoga und die Aktivierung des Glukagonrezeptors sind in diesem Forschungsfeld relevant.
Einordnung
Fachgesellschaften haben NAFLD inzwischen in MASLD umbenannt, um die metabolische Ursache zu betonen und stigmatisierende Begriffe zu vermeiden. Eine Verbesserung von Leberfettwerten in Studien ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einem geringeren Risiko für Spätfolgen wie Zirrhose.