Heptapeptid
GrundlagenPeptid aus genau sieben Aminosäuren. Beispiele: Selank, Semax. Häufige Sequenzlänge für neuroaktive Forschungspeptide.
Ausführlich erklärt
Ein Heptapeptid enthält sieben Aminosäurereste, die über sechs Peptidbindungen verknüpft sind. In dieser Größenordnung bilden Peptide meist keine stabile Sekundärstruktur wie eine Helix, sondern liegen in Lösung als flexible Ketten vor. Ausnahmen sind zyklische Heptapeptide, bei denen Anfang und Ende oder Seitenketten miteinander verbunden sind, was die Form fixiert und die Stabilität gegenüber Enzymen erhöht.
Ein typisches Konstruktionsprinzip zeigen Selank und Semax: An ein kurzes Fragment eines körpereigenen Peptids wird die Sequenz Pro-Gly-Pro angehängt. Bei Semax ist das Ausgangsstück ein Fragment des Hormons ACTH, bei Selank das Tetrapeptid Tuftsin. Der Prolin-reiche Anhang soll den Abbau durch Peptidasen verlangsamen, denn Prolin macht benachbarte Bindungen für viele Enzyme schwerer spaltbar.
Bedeutung in der Peptidforschung
Heptapeptide erscheinen auf PeptidWiki vor allem im Zusammenhang mit neuroaktiven Forschungspeptiden, die in Russland entwickelt wurden. Die verfügbaren Daten stammen dort überwiegend aus Tiermodellen und kleineren regionalen Studien. Daneben kommen Heptapeptide als Naturstoffe vor, etwa als Kern der Glykopeptid-Antibiotika oder als zyklische Toxine wie Microcystine, die von Cyanobakterien gebildet werden.
Einordnung
Die Kettenlänge allein sagt nichts über Wirkung oder Sicherheit aus. Selank und Semax sind im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen, ihre Einordnung als experimentell beruht auf begrenzter, international wenig replizierter Datenlage.