Peptid
GrundlagenMolekül aus 2–50 miteinander verbundenen Aminosäuren. Kleiner als Proteine, größer als Aminosäuren. Wirken im Körper als Hormone, Neurotransmitter und Signalmoleküle.
Ausführlich erklärt
Die Grenze zwischen Peptid und Protein ist eine Konvention, keine scharfe chemische Linie. Häufig wird eine Größenordnung von etwa 50 Aminosäuren genannt, manche Quellen ziehen die Grenze anders oder stellen stärker auf die Faltung ab: Proteine bilden meist eine stabile dreidimensionale Struktur, kurze Peptide sind in Lösung oft beweglich. Nach der Länge unterscheidet man Dipeptide, Tripeptide, Oligopeptide mit wenigen Bausteinen und Polypeptide.
Peptide entstehen im Körper entweder direkt als kurze Ketten oder durch Spaltung größerer Vorläuferproteine. Viele tragen Veränderungen wie eine Amidgruppe am Kettenende, Disulfidbrücken oder Zuckerreste. Ein Beispiel ist Oxytocin: Es besteht aus nur neun Aminosäuren, ist durch eine Disulfidbrücke ringförmig geschlossen und am Ende amidiert.
Bedeutung in der Peptidforschung
Peptide sind der zentrale Gegenstand von PeptidWiki. Das Spektrum reicht von zugelassenen Arzneistoffen wie Insulin, Semaglutid oder Octreotid bis zu experimentellen Substanzen wie BPC-157, TB-500 oder Epitalon, zu denen überwiegend präklinische Daten vorliegen. Weltweit sind einige Dutzend Peptidarzneimittel zugelassen, und zahlreiche weitere befinden sich in klinischen Studien.
Einordnung
„Peptid“ ist eine chemische Stoffklasse und kein Qualitätsmerkmal. Dass ein Molekül körpereigenen Peptiden ähnelt, sagt nichts über Sicherheit oder Wirkung aus. Kollagenpeptide als Lebensmittel sind etwas anderes als pharmakologisch aktive Signalpeptide.