hTERT
BiologieHuman Telomerase Reverse Transcriptase, katalytische Untereinheit der menschlichen Telomerase. Reguliert die Telomerverlängerung, in den meisten somatischen Zellen abgeschaltet, in Stammzellen und Krebszellen aktiv. Epithalon soll hTERT-Expression hochregulieren.
Ausführlich erklärt
Telomerase ist ein Enzymkomplex, der die Enden der Chromosomen, die Telomere, mit sich wiederholenden DNA-Sequenzen verlängert. hTERT ist die Proteinkomponente, die als reverse Transkriptase arbeitet: Sie nutzt die RNA-Komponente TERC als Schablone und schreibt danach DNA. Ohne Telomerase verkürzen sich Telomere bei jeder Zellteilung, bis die Zelle in einen Teilungsstopp, die Seneszenz, übergeht.
Die Menge an hTERT ist meist der begrenzende Faktor für die Telomeraseaktivität. Ein anschauliches Beispiel liefert die Krebsforschung: In einem großen Teil menschlicher Tumoren finden sich Mutationen im Promotor des TERT-Gens, also in dem Abschnitt, der das Ablesen steuert. Sie schalten das Gen dauerhaft an und ermöglichen den Zellen unbegrenzte Teilung. Umgekehrt führen Mutationen mit zu geringer Aktivität zu seltenen Telomererkrankungen.
Bedeutung in der Peptidforschung
Auf PeptidWiki taucht hTERT vor allem im Zusammenhang mit Epithalon auf, einem experimentellen Tetrapeptid, für das in Zellkulturen eine erhöhte hTERT-Expression berichtet wurde. Diese Daten stammen überwiegend aus einer einzelnen Forschungsgruppe und sind unabhängig kaum repliziert. Epithalon ist im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen, belastbare Humandaten fehlen.
Einordnung
Mehr hTERT ist nicht automatisch wünschenswert. Da Krebszellen Telomerase zur unbegrenzten Teilung nutzen, wird eine künstliche Aktivierung in der Forschung auch als potenzielles Risiko diskutiert. Längere Telomere sind zudem kein etablierter Beleg für langsameres Altern.