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Karzinom

Pharmakologie

Bösartige Tumorerkrankung, die von Epithelzellen ausgeht, der häufigste Krebstyp (z. B. Lungenkarzinom, Mammakarzinom, kolorektales Karzinom). Im Gegensatz zu Sarkomen, die aus Binde-, Muskel- oder Knochengewebe entstehen. Aktive Krebserkrankungen sind absolute Kontraindikation vieler wachstumsfördernder Peptide.

Ausführlich erklärt

Karzinome entstehen aus Epithelzellen, also aus Zellen, die Oberflächen und Drüsen auskleiden, etwa in Haut, Darm, Brust, Lunge oder Prostata. Durch eine Anhäufung genetischer Veränderungen verlieren diese Zellen die Kontrolle über Teilung und programmierten Zelltod. Man unterscheidet unter anderem Adenokarzinome, die aus Drüsengewebe hervorgehen, und Plattenepithelkarzinome aus mehrschichtigen Deckgeweben.

Solange die Zellen die Basalmembran nicht durchbrochen haben, spricht man von einem Carcinoma in situ. Erst danach kann der Tumor in umliegendes Gewebe einwachsen und über Lymph- oder Blutgefäße Metastasen bilden. Das Wachstum wird dabei von Wachstumsfaktoren und Gefäßneubildung im Tumorumfeld gefördert.

Bedeutung in der Peptidforschung

In der Peptidforschung taucht der Begriff in zwei Richtungen auf. Einerseits werden Peptide zur Tumordiagnostik und gezielten Wirkstoffzufuhr erforscht, etwa Somatostatin-Analoga, die an neuroendokrine Tumoren binden, oder Peptid-Wirkstoff-Konjugate. Andererseits stellt sich bei Peptiden, die Wachstumsfaktoren wie IGF-1 erhöhen oder die Gefäßneubildung fördern, die Sicherheitsfrage, ob sie bestehendes Tumorwachstum beeinflussen könnten.

Einordnung

Für viele experimentelle Peptide fehlen Langzeitdaten zum Krebsrisiko. Das theoretische Risiko wachstumsfördernder Signalwege ist ein Grund, warum Krebserkrankungen in klinischen Studien häufig Ausschlusskriterium sind. Einzelne Fragen gehören in onkologische Fachhände.

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