Neoplasie
BiologieUnkontrolliertes Zellwachstum, von gutartig (Adenom) bis maligne (Karzinom). Anabole und angiogene Peptide (IGF-1, Follistatin, BPC-157) können theoretisch Neoplasien fördern, weshalb aktive Krebserkrankung eine Kontraindikation für diese Substanzen darstellt.
Ausführlich erklärt
Wörtlich bedeutet Neoplasie „Neubildung“. Gemeint ist ein Gewebe, dessen Zellen sich der normalen Wachstumskontrolle entzogen haben und sich weiter teilen, auch wenn kein äußerer Reiz mehr besteht. Ursache sind meist schrittweise angesammelte Veränderungen im Erbgut, etwa aktivierende Mutationen in Onkogenen oder der Verlust von Tumorsuppressorgenen wie p53, die normalerweise die Zellteilung bremsen oder Apoptose einleiten.
Man unterscheidet gutartige Neoplasien, die verdrängend wachsen und nicht streuen, von bösartigen, die in umliegendes Gewebe eindringen und Metastasen bilden können. Ein Beispiel für den Übergang ist die Adenom-Karzinom-Sequenz im Dickdarm: Aus einem gutartigen Polypen kann sich über Jahre durch zusätzliche Mutationen ein Karzinom entwickeln. Damit ein Tumor über wenige Millimeter hinauswächst, benötigt er eigene Blutgefäße, ein Prozess, der als Angiogenese bezeichnet wird.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur taucht der Begriff vor allem bei Sicherheitsfragen auf. Substanzen, die Zellteilung, Überlebenssignale oder Gefäßneubildung anregen, etwa IGF-1 und seine Analoga, Wachstumshormon-Sekretagoga oder angiogen wirkende Peptide, werden daraufhin diskutiert, ob sie bestehende Neoplasien theoretisch begünstigen könnten. Epidemiologische Studien zu IGF-1-Spiegeln und Krebsrisiko liefern dazu Hinweise, aber keine eindeutigen Kausalbelege.
Einordnung
Neoplasie ist von Hyperplasie abzugrenzen, bei der sich Zellen zwar vermehrt teilen, aber auf einen Reiz reagieren und kontrolliert bleiben. Ob experimentelle Peptide das Tumorrisiko beeinflussen, ist weitgehend ungeklärt, da Langzeitdaten am Menschen fehlen.