Hyperplasie
BiologieZunahme der Zellanzahl in einem Gewebe (Zellteilung). Im Gegensatz zur Hypertrophie (Zellvergrößerung). Unerwünschte Hyperplasie ist ein Sicherheitsrisiko bei IGF-1 und Follistatin: Wachstumsfaktor-Überstimulation kann sowohl erwünschtes (Muskel) als auch unerwünschtes (Tumor) Zellwachstum fördern.
Ausführlich erklärt
Hyperplasie entsteht, wenn sich Zellen eines Gewebes auf einen Reiz hin vermehrt teilen. Dafür müssen die Zellen teilungsfähig sein, weshalb sie in Geweben wie Haut, Schleimhäuten, Drüsen oder Knochenmark häufig vorkommt, in ausgereiften Herzmuskel- oder Nervenzellen dagegen kaum. Auslöser sind Hormone, Wachstumsfaktoren oder ein erhöhter Bedarf.
Viele Hyperplasien sind physiologisch. Ein Beispiel ist die Brustdrüse in der Schwangerschaft, die unter hormonellem Einfluss deutlich an Drüsengewebe zunimmt, oder die Leber, die nach teilweiser Entfernung durch Zellteilung nachwächst. Pathologisch ist etwa die gutartige Prostatavergrößerung. Hyperplasie ist an sich keine Krebserkrankung, kann aber in manchen Geweben den Boden für spätere Entartung bereiten.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung taucht Hyperplasie vor allem als Sicherheitsbefund auf. Bekannt ist die C-Zell-Hyperplasie der Schilddrüse bei Nagetieren unter GLP-1-Rezeptor-Agonisten. Bei Wachstumsfaktoren wie IGF-1 und bei Myostatin-Hemmern wird geprüft, ob neben erwünschtem Gewebewachstum auch unerwünschte Zellvermehrung in anderen Organen auftritt. Ob Muskelhyperplasie beim Menschen überhaupt relevant vorkommt, ist umstritten.
Einordnung
Hyperplasie ist nicht dasselbe wie Neoplasie: Eine Hyperplasie bildet sich meist zurück, wenn der Reiz entfällt, ein Tumor wächst dagegen autonom. Ein theoretisches Risiko aus Tierdaten bedeutet nicht automatisch ein bewiesenes Risiko beim Menschen.