LH
EndokrinologieLuteinisierendes Hormon. Hypophysenhormon, das beim Mann die Leydig-Zellen im Hoden zur Testosteronproduktion stimuliert und bei der Frau den Eisprung auslöst.
Ausführlich erklärt
LH ist ein Glykoproteinhormon aus zwei Untereinheiten. Die Alpha-Untereinheit ist identisch mit der von FSH, TSH und HCG, die Beta-Untereinheit verleiht LH seine spezifische Wirkung. Zuckerketten an der Oberfläche beeinflussen, wie lange das Hormon im Blut zirkuliert. LH bindet an den LH/CG-Rezeptor, den es mit HCG teilt.
Beim Mann stimuliert LH in den Leydig-Zellen die Umwandlung von Cholesterin in Testosteron. Bei der Frau fördert es in der ersten Zyklushälfte die Bildung von Androgenen, die im Follikel zu Östrogenen umgebaut werden. Ein steiler LH-Anstieg zur Zyklusmitte löst schließlich den Eisprung aus. Diesen Anstieg weisen Ovulationstests im Urin nach.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur wird LH vor allem als Marker für die Aktivität der HPG-Achse gemessen. Studien zu GnRH-Analoga, zu Kisspeptin oder zu den Folgen einer Testosterongabe erfassen LH, um zu prüfen, ob die körpereigene Steuerung angeregt oder unterdrückt wird. Kisspeptin, ein hypothalamisches Peptid, das der GnRH-Freisetzung vorgeschaltet ist, wird derzeit in klinischer Forschung untersucht.
Einordnung
Ein niedriger LH-Wert kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: eine Störung in Hypothalamus oder Hypophyse, aber auch eine Rückkopplung durch von außen zugeführte Hormone. Die Deutung erfolgt deshalb immer im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten und gehört in ärztliche Hand.