Lymphozyten
BiologieUntergruppe der weißen Blutkörperchen, umfasst T-Zellen, B-Zellen und NK-Zellen. Tragen die spezifische Immunantwort: B-Zellen produzieren Antikörper, T-Zellen führen die zelluläre Abwehr aus, NK-Zellen erkennen virusinfizierte und entartete Zellen ohne vorherige Sensibilisierung.
Ausführlich erklärt
Lymphozyten machen im Blut Erwachsener ungefähr ein Fünftel bis zwei Fünftel der weißen Blutkörperchen aus, der größte Teil befindet sich jedoch in Lymphknoten, Milz, Mandeln und im Darm. Sie zirkulieren ständig zwischen Blut und lymphatischen Organen und „patrouillieren“ so den Körper. B- und T-Zellen tragen Rezeptoren, die durch zufällige Umlagerung von Genabschnitten entstehen. Daraus ergibt sich eine enorme Vielfalt: Jede Zelllinie erkennt eine andere Struktur.
Trifft ein Lymphozyt auf sein passendes Antigen, teilt er sich stark, man spricht von klonaler Expansion. Ein Teil der Nachkommen wird zu langlebigen Gedächtniszellen. Das ist die Grundlage dafür, dass eine Impfung oder eine überstandene Infektion zu anhaltendem Schutz führen kann.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung sind Lymphozyten ein häufiges Messziel, wenn immunmodulierende Peptide untersucht werden. Studien erfassen Zellzahlen, Untergruppen mittels Durchflusszytometrie oder die Zytokinbildung. Beispiele sind Arbeiten zu Thymuspeptiden wie Thymosin α1 und zu antimikrobiellen Peptiden. Auch bei der Entwicklung therapeutischer Peptide ist wichtig, ob Lymphozyten Antikörper gegen den Wirkstoff bilden.
Einordnung
Ein veränderter Lymphozytenwert im Blutbild ist unspezifisch und kann viele Ursachen haben, von Virusinfekten bis zu Stress. NK-Zellen werden trotz ihrer Zugehörigkeit zu den Lymphozyten dem angeborenen Immunsystem zugeordnet, da sie keine antigenspezifischen Rezeptoren besitzen.