Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

Inhalte werden mit Sorgfalt recherchiert, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität bereitgestellt.

MACE

Wissenschaft

Major Adverse Cardiovascular Events, zusammengesetzter Studien-Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod, nicht-tödlichem Herzinfarkt und nicht-tödlichem Schlaganfall. Goldstandard zur Bewertung kardioprotektiver Therapien (z. B. SELECT-Trial für Semaglutid).

Ausführlich erklärt

MACE ist ein zusammengesetzter Endpunkt, auch kombinierter oder Composite-Endpunkt genannt. Gezählt wird, ob bei einer teilnehmenden Person mindestens eines der festgelegten Ereignisse eintritt, in der Auswertung meist das erste. Die klassische Variante, oft als 3-Punkt-MACE bezeichnet, umfasst kardiovaskulären Tod, nicht tödlichen Herzinfarkt und nicht tödlichen Schlaganfall. Erweiterte Versionen schließen etwa Krankenhausaufnahmen wegen instabiler Angina oder Revaskularisationen ein.

Der Vorteil liegt in der Statistik: Einzelne Ereignisse sind selten, zusammengefasst treten sie häufiger auf, sodass eine Studie mit vertretbarer Größe und Dauer aussagekräftig wird. Seit 2008 verlangte die US-Behörde FDA für neue Diabetesmedikamente den Nachweis kardiovaskulärer Sicherheit. Daraus entstanden große Outcome-Studien wie LEADER mit Liraglutid, in denen MACE der primäre Endpunkt war.

Bedeutung in der Peptidforschung

Für die Peptidforschung ist MACE besonders durch die Studien zu GLP-1-Rezeptoragonisten bedeutsam. Nach LEADER und SUSTAIN-6 untersuchte die SELECT-Studie Semaglutid bei Menschen mit Übergewicht und bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung ohne Diabetes. Ähnliche Outcome-Studien laufen oder liefen für Tirzepatid. Für experimentelle Peptide ohne Zulassung existieren keine vergleichbaren Daten zu harten kardiovaskulären Endpunkten.

Einordnung

Ein Effekt auf MACE sagt nicht, welche Einzelkomponente ihn trägt. Häufig lohnt der Blick auf die Einzelereignisse. Zudem sind MACE-Definitionen zwischen Studien nicht immer identisch, was direkte Vergleiche erschwert. Die Ergebnisse gelten für die untersuchte Population, nicht automatisch für andere Gruppen.

EndpunktRCT
Zur Glossar-ÜbersichtSuche