Myostatin
BiologieProtein (GDF-8) der TGF-β-Familie, das Muskelwachstum begrenzt, natürlicher Bremsmechanismus für übermäßige Muskelhypertrophie. Follistatin-344 und ACE-031 hemmen Myostatin und heben so die Wachstumsbremse auf. WADA: Myostatin-Inhibitoren stehen unter M3 (Genmanipulation).
Ausführlich erklärt
Myostatin wird als inaktive Vorstufe gebildet und im Muskelgewebe in einem latenten Komplex gespeichert, in dem ein Propeptid den reifen Wachstumsfaktor abschirmt. Nach Aktivierung bindet es an den Activin-Rezeptor Typ IIB und löst über die Signalproteine SMAD2 und SMAD3 ein Programm aus, das Muskelaufbau bremst und den Abbau fördert.
Wie wichtig dieser Bremsmechanismus ist, zeigen natürliche Mutationen. Rinderrassen wie das Weißblaue Belgische Rind tragen einen Defekt im Myostatin-Gen und weisen eine auffällige „Doppellender“-Bemuskelung auf. Ähnliches wurde bei Mäusen ohne Myostatin, bei bestimmten Rennhunden und in einem einzelnen gut dokumentierten Fall bei einem Kind beschrieben.
Bedeutung in der Peptidforschung
Myostatin-Hemmung wurde vor allem im Hinblick auf Muskelschwund bei Muskeldystrophien, Sarkopenie und Kachexie untersucht. Ansätze reichen von Antikörpern über lösliche Rezeptor-Köder wie ACE-031 bis zu Follistatin, einem körpereigenen Bindeprotein. Mehrere klinische Programme erreichten zwar Zuwächse an Muskelmasse, aber nicht immer an Kraft oder Funktion, und einige wurden wegen Nebenwirkungen abgebrochen.
Einordnung
Myostatin-Hemmer sind nicht zugelassen und stehen auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur bei den Hormon- und Stoffwechselmodulatoren. Mehr Muskelmasse bedeutet nicht automatisch mehr Kraft, und Langzeitfolgen für Herz, Sehnen und andere Gewebe sind unzureichend erforscht.