Neuropathie
PharmakologieErkrankung oder Schädigung von Nerven, kann peripher (z. B. Hände, Füße: Kribbeln, Taubheit, Brennschmerz) oder zentral sein. ARA-290 zeigt in klinischen Studien (Phase II) Wirksamkeit bei Sarkoidose-assoziierter Neuropathie. Häufige Begleiterkrankung bei Diabetes.
Ausführlich erklärt
Neuropathien werden nach Verteilung und betroffenen Fasern eingeteilt. Die häufigste Form ist die distal-symmetrische Polyneuropathie, die an Füßen beginnt und sich strumpfförmig ausbreitet. Betroffen sein können dicke Fasern, die Berührung und Lagesinn vermitteln, oder dünne Fasern, die Schmerz, Temperatur und autonome Funktionen wie Schwitzen steuern. Eine Sonderform ist die Small-Fiber-Neuropathie, bei der Standardmessungen der Nervenleitung oft unauffällig sind.
Ursachen sind vielfältig: Diabetes, Alkohol, Vitamin-B12-Mangel, Chemotherapeutika, Autoimmunerkrankungen oder erbliche Faktoren. Ein Beispiel für die Diagnostik der dünnen Fasern ist die Hautbiopsie, bei der die Dichte kleiner Nervenfasern in der Haut ausgezählt wird.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung ist Neuropathie vor allem durch ARA-290 bekannt, auch Cibinetid genannt, ein vom Erythropoetin abgeleitetes Peptid. Es soll an den gewebeschützenden Rezeptor binden, ohne die Blutbildung anzuregen. In kleinen Phase-II-Studien wurde es bei Small-Fiber-Neuropathie im Rahmen von Sarkoidose und bei Diabetes untersucht. Die Ergebnisse gelten als vorläufig, eine Zulassung besteht nicht.
Einordnung
Neuropathie ist ein Oberbegriff und keine eigenständige Diagnose, die Ursache muss jeweils geklärt werden. Kleine Studien mit subjektiven Endpunkten wie Schmerz sind anfällig für Placeboeffekte. Beschwerden wie Taubheit oder Brennen gehören in neurologische Abklärung.