NF-κB
BiologieNuclear Factor kappa B. Transkriptionsfaktor, der nach Aktivierung in den Zellkern wandert und die Expression entzündungsfördernder Gene anschaltet. Zentraler Master-Regulator der Entzündungsantwort. Hemmung von NF-κB ist ein häufiger Wirkmechanismus entzündungshemmender Peptide.
Ausführlich erklärt
NF-κB ist keine einzelne Substanz, sondern eine Familie von Proteinen, die als Paare zusammenarbeiten, am häufigsten als Kombination aus p65, auch RelA genannt, und p50. Im Ruhezustand liegt der Komplex im Zellplasma vor und wird dort von einem Hemmprotein namens IκB festgehalten. Dadurch kann er nicht in den Zellkern gelangen.
Treffen Signale wie TNF-α, IL-1 oder bakterielle Lipopolysaccharide auf die Zelle, wird ein Enzymkomplex aktiviert, die IκB-Kinase. Sie markiert IκB für den Abbau im Proteasom, wodurch NF-κB freigegeben wird und in den Kern wandert. Dort schaltet es Gene für Zytokine, Adhäsionsmoleküle und Enzyme wie die induzierbare NO-Synthase an. Ein Beispiel für die Selbstregulation des Systems: Zu den aktivierten Genen gehört auch IκB selbst, sodass die Reaktion nach einiger Zeit wieder abgeschaltet wird.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur taucht NF-κB häufig als vermuteter Angriffspunkt entzündungsmodulierender Substanzen auf. Für KPV, ein Tripeptid aus dem C-Terminus von Alpha-MSH, sowie für weitere experimentelle Peptide berichten Zellkultur- und Tierstudien über eine verminderte NF-κB-Aktivierung. Gemessen wird dies etwa über die Verlagerung von p65 in den Zellkern oder über Reportergen-Assays.
Einordnung
Eine Hemmung von NF-κB ist nicht grundsätzlich wünschenswert, denn der Signalweg ist auch für Immunabwehr, Zellüberleben und Gewebereparatur wichtig. Befunde zur NF-κB-Modulation durch Peptide stammen überwiegend aus Laborexperimenten, ihre Übertragbarkeit auf den Menschen ist offen.